Konflikt mit Ministerin: Ärztekammer wirft Kdolsky Gesprächsverweigerung vor

Seit Monaten keine Gespräche, Briefe bleiben unbeantwortet - Brettenthaler verzeichnet Stillstand bei wichtigen Sachthemen

Wien (OTS) - Massive Kritik an der "schlechten Kommunikation" der Gesundheitsministerin mit der österreichischen Ärzteschaft kommt heute aus der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Kdolsky betreibe "aktive Gesprächsverweigerung", heißt es in einer Aussendung von ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler am Freitag. Seit Jänner habe es seitens des Ministeriums keine Gespräche auf höchster Ebene mit Vertretern der Österreichischen Ärztekammer mehr gegeben. Durch die Kontaktsperre des Ministeriums sei es zu einem völligen Stillstand in der Zusammenarbeit bei wichtigen Sachthemen gekommen. "Termine zu Sachthemen werden zugesagt und dann nicht eingehalten, Ansuchen nicht berücksichtigt und auf Briefe mit fachbezogenen Fragen gibt es keine Antwort", berichtet Brettenthaler. Diese Umgangsweise der Ministerin sei "enttäuschend und nicht gut für das Gesundheitswesen, das ohne Ärzte-Input auf der Stelle tritt."

Eine Art "Sendepause" der Ministerin diagnostiziert auch der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte, Jörg Pruckner. Während Kdolsky in der Öffentlichkeit ihre Vorhaben trommele, gebe es keinen Fortschritt in der Sacharbeit. Ein Beispiel dafür seien die Vorbereitungen zur elektronischen Patientenakte ELGA. Die Ärzteschaft erwarte Gespräche mit ihr zu den zentralen Themen der elektronischen Patientenakte ELGA. Pruckner hat allerdings auch "Verständnis dafür, wenn die Diskussion des Themas ELGA der Bundesministerin derzeit eher lästig ist", da dadurch die Verschwiegenheitspflicht der Ärzte gefährdet werde und das Projekt unfinanzierbar sei.

Die hochrangigen Ärztevertreter warnen davor, im Gesundheitswesen bei milliardenschweren Projekten wie etwa ELGA auf die Akzeptanz durch die Ärzte zu verzichten. Es könne nicht angehen, dass teure technische Systeme und Strukturen geschaffen würden, die allerwichtigsten Rahmenbedingungen für Patienten und Ärzte aber nicht klar seien. "Wir sind an Verbesserungen interessiert und auch daran, aktiv in geeigneter Weise in deren Vorbereitung eingebunden zu werden. Wer uns aber nur als Vollstrecker praxisferner Reißbrettpläne betrachtet, wird im Gesundheitssystem Schiffbruch erleiden", schlossen die ÖÄK-Vertreter.

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