80. Geburtstag von Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk

Wien (OTS) - Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk feiert am 9. Juni seinen 80. Geburtstag. Die lange und an Höhepunkten reiche Karriere Zilks gipfelte in der Wiener Kommunalpolitik, als Bürgermeister der Stadt Wien. Zilk übte dieses Amt von 10. September 1984 bis 7. November 1994 aus, bereits 1979 bis 1983 war er Kulturstadtrat. In beiden Funktionen hat Zilk Wien wesentlich geprägt und dazu beigetragen, dass die Stadt eine kulturell lebendige, weltoffene Metropole wurde. Zu den kommunalpolitischen Errungenschaften seiner Ära zählen unter anderem die Fertigstellung des AKH und des SMZ Ost, der Weiterbau der U-Bahn, im kulturpolitischen Bereich u.a. die Eröffnung des Jüdischen Museums Wien. Ein besonders Anliegen war ihm die Bürgernähe, die sich auch im Aufbau des Bürgerservices ausdrückte. Große Initiativen setzte er auch für die Versöhnung der in der nationalsozialistischen Ära emigrierten jüdischen Wiener und Wienerinnen mit ihrer Heimatstadt.****

Helmut Zilk wurde am 9. Juni 1927 als Sohn eines Zeitungsangestellten in Wien geboren. In den ersten Nachkriegsjahren unterrichtete er nach der Volks- und Hauptschule als sogenannter "Schulhelfer" (noch vor Abschluss der Lehrerbildungsakademie) im 2. Wiener Bezirk. Nach der Matura studierte er an der Universität Wien Germanistik, Pädagogik, Psychologie und Philosophie. 1951 promovierte er zum Dr. phil., legte 1955 zusätzlich die Lehramtsprüfung für Pädagogik ab, und gehörte dann als Professor dem Lehrkörper der Lehrerbildungsanstalt in der Hegelgasse an.

Dr. Zilk, der sich für die Erwachsenenbildung engagierte, arbeitete ab 1955 auch als Rundfunk- und vor allem als Fernsehjournalist. Er gestaltete zahlreiche Sendereihen und Serien für das Fernsehen, vor allem im Bereich der Jugend- und Bildungsarbeit, und gründete das Schulfernsehen in Österreich. Zilk setzte sich außerdem besonders für den Ausbau des sogenannten "Technischen Versuchsprogramms", des späteren 2. Programms, ein.

Von 1967 bis 1974 war Dr. Zilk Programmdirektor. In dieser Zeit wurden das Farbfernsehen eingeführt, das 2. Programm ausgebaut und den Kulturprogrammen breiter Raum gegeben. Besonders populär wurde Zilk durch die Diskussionssendereihen "In eigener Sache", "Stadtgespräche" und "Auslandsecho", für die er auch journalistische Preise erhielt.

Zwischen 1974 und 1979 arbeitete Dr. Zilk als Ombudsmann der Kronen-Zeitung. 1979 wurde er vom Wiener Gemeinderat zum Amtsführenden Stadtrat für Kultur und Bürgerdienst gewählt und übte dieses Amt bis 1983 aus. Im Mai 1983 wurde er als Bundesminister für Unterricht und Kunst in die damals neugebildete österreichische Bundesregierung berufen. Als Anfang September 1984 die Bundesregierung umgebildet wurde und der bisherige Bürgermeister Leopold Gratz das Amt des Außenministers übernahm, wurde Dr. Helmut Zilk zum Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien gewählt. Er übte diese Funktion bis November 1994 aus.

In seiner Zeit als Kulturstadtrat gewann die Stadt Wien viel Farbe und kulturelle Vielfalt.
Mit zahlreichen Neuerungen setzte er Schwerpunkte im kulturellen Jahresablauf, die Wien neben seinen Stärken als Musik- und Theaterstadt auch als Stadt der Literatur, der bildenden Kunst, der Wissenschaft und der Populärkultur neu positionierten. Als Bürgermeister war ihm die Öffnung der Stadt im Inneren zu einem respektvollen Miteinander aller Bürger und zur Entprovinzialisierung des Denkens, wie auch nach außen im Sinne einer neuen Stadtaußenpolitik ein besonders Anliegen. Er förderte schon früh die Beziehungen zum mittelosteuropäischen Raum und setzte auch jene Schritte und Gesten, die für eine Entspannung des Verhältnisses der Stadt mit ihren emigrierten jüdischen Bürgern notwendig waren. Zilk initiierte die Errichtung des Denkmals gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka auf dem Albertinaplatz und die Neugründung des Jüdischen Museums Wien. Große kommunalpolitische Leistungen wie der Weiterbau der Wiener U-Bahn, die Fertigstellung der Abwasserentsorgung Simmering und der Wiener Großspitäler AKH und SMZ Ost fallen in seine Ära. Der Aufbau des Bürgerservices und die Dezentralisierung und Stärkung der Bezirke brachten bedeutende strukturelle Verbesserungen im Sinne der Bürgernähe.

Am 5. Dezember 1993 wurde er bei einem Briefbombenattentat an der Hand schwer verletzt. Seit seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik ist Dr. Zilk nach wie vor in verschiedenen Funktionen im wirtschaftlichen und medialen Bereich aktiv, so unter anderem als Ombudsmann der Kronenzeitung und mit seiner Gesprächsreihe im ORF "Lebenskünstler". Vielfach geehrt erhielt er mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien 1995 die höchste Auszeichnung der Stadt.

Seinen 80. Geburtstag begeht er , seinem gesamten Lebenslauf entsprechend, als Mann der Kommunikation und des öffentlichen Lebens, der in vielen Bereichen Vorbildfunktion für seine Stadt hat. (Schluss) gab

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