AKNÖ-Staudinger wünscht gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen 1

BM Claudia Schmied Gastrednerin auf 128. AKNÖ-Vollversammlung

Wien (AKNÖ) - "Gut, dass es jetzt mehr Bewegung im Bildungsbereich gibt", erklärte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger nach dem Gastreferat von Bildungsministerin Claudia Schmied auf der 128. Vollversammlung der NÖ Arbeiterkammer. Er sprach sich für Niederösterreich als Modellregion für eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen aus.

Der AKNÖ-Präsident hat die 128. Versammlung des Arbeiterparlamentes ganz unter das Zeichen von Bildung und Ausbildung gestellt. Der Kampf gegen den hausgemachten Facharbeitermangel liegt der NÖ Arbeiterkammer besonders am Herzen. "Der Mangel in einigen wenigen Berufen kommt in Niederösterreich oft durch Doppelmeldung der offenen Stellen zustande. Wir können die Forderung nach mehr ausländischen Fachkräften nicht nachvollziehen, wir brauchen vielmehr rasche und qualifizierte Ausbildung der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher und diese ist möglich", sagt Staudinger. Auch auf die Lehrlingsausbildung soll intensives Augenmerk gelegt werden, um die Arbeitslosigkeit vor allem bei den jungen Menschen zu bekämpfen. "Bildung ist ein Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung von Staaten sowie für die persönlichen und beruflichen Chancen von Menschen", bestätigte Bundesministerin Schmied die Forderungen der AKNÖ in ihrem Eingangszitat, das sie dem AK-Programm entnommen hat.

Weniger SchülerInnen in der Klasse, mehr Tagesbetreuung

Sie kündigte mehr Bewegung im Bildungsbereich an. Die Senkung der Klassenschülerzahlen auf 25, mehr Deutsch-Unterricht zur Integration fremdsprachiger Kinder, 28.000 neue Tagesbetreuungsplätze sowie die Weiterbildung und Imageförderung im Lehrberuf sind ihre kurzfristigen Ziele. Immerhin haben 17,5 Prozent der unter 25- bis 29-Jährigen und 17,4 Prozent unter den 20- bis 24-Jährigen keine weiterführende Ausbildung. Und 4 Prozent jedes Schulabgängerjahrgangs der Pflichtschulen haben ihre Schulpflicht nicht erfüllt. Schmied sprach sich für mehr Chancengerechtigkeit durch Bildung und im Bildungssystem aus sowie für die Förderung und Entdeckung von Talenten bei gleichzeitig sorgsamen Umgang mit Schwächen. Dass Spitzenleistungen eine breite Basis und sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft brauchen, stieß auf große Zustimmung im Plenum. Schmied stellte sich anschließend der Diskussion mit den Kammerrätinnen und Kammerräten. Dabei standen die Klassenschülerhöchstzahlen, die Vor-und Nachteile der Gesamtschule, die mangelnde Information der Eltern sowie die Frage nach der Integration fremdsprachiger Kinder im Brennpunkt. Der AKNÖ-Präsident meinte nach der Diskussion: "In der Bildungspolitik muss man Schritt für Schritt vorgehen, aber die Gehrer-Schritte waren langsam oder gar am Stand. Jetzt gehen wir endlich vorwärts".

Hohe steuerliche Belastung der ArbeitnehmerInnen

Ein weiteres wichtiges Thema der 128. Vollversammlung der AKNÖ war die Diskussion über den Begriff der Arbeit und wie sich dieser im Laufe der Zeit geändert hat. Staudinger kritisierte weiters die hohe Belastung der arbeitenden Bevölkerung durch Steuern und Abgaben und die geringe Belastung von nur 0,5 Prozent, der das Kapital unterliegt. Zum Vergleich führte er Großbritannien an, wo die steuerliche Belastung des Kapitals das Neunfache beträgt. (Fortsetzung folgt)

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