Seniorenbund-Generalsekretär Becker zur Neuregelung des Pflege- und Betreuungssystems: "Jetzt sind auch die Länder gefordert!"

Wien (OTS) - Die Neuregelung der 24-Stunden-Betreuung muss bis
Ende Juni fertig sein, da dann die Amnestieregelung für ausländische Pflegekräfte ausläuft. "Die Bundesregierung hat die Grundlage für eine Regelung gelegt, welche eine 24-Stunden-Betreuung legal ermöglichen kann", so Heinz K. Becker, der Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes. Becker hebt dabei das von Arbeitsminister Bartenstein entwickelte Berufsbild für Selbstständige in der Betreuung hervor, eine "wahre Pionierarbeit". In Hinblick auf das morgige Treffen Sozialminister Buchingers mit den Landesfinanzreferenten erinnert Becker: "Jetzt sind die Länder gefordert, da auch bei ihnen eine gesetzliche Verantwortung für Pflege und Betreuung liegt."

Vizekanzler und Finanzminister Molterer hat ja bereits bekräftigt, dass für das laufende Jahr die Finanzierung der Förderungen seitens des Bundes sichergestellt ist. Jetzt dürfen die Länder nicht säumig sein. Becker: "Bei einer so wichtigen Aufgabe, wie die Betreuung kranker, pflegebedürftiger Menschen sicherzustellen, müssen alle ihren Teil beitragen." Zu erinnern ist zudem daran, dass die Förderung der Betreuung zu Hause von größter Wichtigkeit ist. "Zum einen wollen die meisten Menschen in den eigenen vier Wänden betreut werden. Zum anderen ermöglicht dies den Ländern auch einen effizienteren Budgetmitteleinsatz." betont Becker: "Es ist unbestritten, dass Betreuung zu Hause weniger kostet als im Heim."

Becker verweist auf weitere Seniorenbund-Forderungen zur Neuregelung von Pflege und Betreuung und unterstreicht, dass im Bereich Pflege und Betreuung noch viel mehr getan werden muss: "Wir unterstützen die Bundesregierung bei der Umsetzung der konkreten Konzepte des Seniorenbundes und des Sozialpartners Seniorenrat", so Becker und nennt unter anderem folgende Prioritäten:

  • Automatische Einstufung Demenzkranker in die Pflegegeldstufe 5
  • Jährliche Valorisierung des Pflegegeldes
  • Ausbau der mobilen Dienste
  • Stärkere Unterstützung pflegender Angehöriger
  • Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe, vom Lehramt bis zum universitären Studium
  • Förderung betreuter Wohnformen
  • Förderung und stärkere Einbindung der Ehrenamtlichen

Abschließend kommentiert Generalsekretär Becker die jüngsten Äußerungen Buchingers. Dieser hatte in einer Aussendung betont, er sei zuversichtlich, "dass wir mit 1. Juli ein legales, leistbares und qualitätsgesichertes Modell haben", und dass es "bereits ab kommender Woche" eine große Informationskampagne zur neuen Betreuungs-Regelung geben würde. Becker: "Wir wünschen ihm, dass dies gelingen möge. Aber seine Zuversicht in Ehren, ein wenig früh scheint diese Ankündigung insofern, als dass zuerst eine gemeinsame, von Bund und Ländern getragene Lösung gefunden werden muss."

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