Stenzel: Fußball ist wichtigste Nebensache der Welt

Aber - Interessen der City nicht der EM 2008 opfern

Wien/Innere Stadt (OTS) - "Fußball ist die wichtigste Nebensache der Welt -und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Austragungsort der EM 2008 zu sein, hat einen unschätzbaren Werbeeffekt. Dennoch ist es legitim, auf die Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern einzugehen, die Lärm- und Alkoholexzesse, sowie Vandalismus fürchten. Letztere Sorge teilen sie mit den Geschäftsleuten", erklärte heute Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel zur laufenden Diskussion über Pro & Contras zur Fußball-Fan-Meile in der City. +++

Die Einkaufsstraßenvereine der Innenstadt überlegen sich laut Stenzel schon jetzt, wie sich die diversen Verkehrsumleitungen -aufgrund der geplanten Sperre des Ringes zwischen Heldenplatz und Schottenring - auswirken. Sie befürchten, dass viele potentielle Besucher deswegen der City automatisch fern bleiben. Statistiken in Berlin haben gezeigt, dass die Fußball-Fans nicht unbedingt zu den einkauffreudigsten Besuchern der Stadt zählten.

Die Grundsatzentscheidung, die Fan-Meile mitten in das Stadtzentrum zu verlegen, sei nun einmal gefallen. "Jetzt gilt es aber auch, das Beste für alle (!) daraus zu machen. Das bedeutet, dass nicht das gesamte kulturelle und politische Leben zum Erliegen kommen darf. Sicherlich gehen mehr Menschen in ein Fußball-Stadion als ins Burgtheater. Trotzdem sollte man sich überlegen, ob dieses Theater, das Wiens Ruf in die ganze Welt hinaus trägt, wegen der Ausdehnung der Fan-Meile seine Pforten schließen muss". Auch sollte die Möglichkeit bestehen, dass das Parlament zusammentritt.

Wien sei eine internationale Konferenzstadt. Die OSZE hat ihren Tagungsort in der Hofburg -ebenso wie´das Kongresszentrum. Hat man sich schon überlegt, wo man die dort parkenden 300 Autos für die diversen internationalen Organisationen unterbringt, da der Heldenplatz auch zur Fan-Meile gehört? Oder soll die OSZE einfach nicht tagen, in dieser Zeit?" fragt die Bezirksvorsteherin.

Jeder habe die fröhlichen Bilder der WM aus Berlin in Erinnerung. "Die Europameisterschaft in Wien hat natürlich auch dieses Potential an Unbeschwertheit, Freude am Sport und Fröhlichkeit, von Offenheit und Toleranz in sich", betont Stenzel. Die Wienerinnen und Wiener können sich als das zeigen, was sie sind, gastfreundliche Menschen im Herzen Europas. Stenzel nachdrücklich - "und ich hoffe, dass Bilder von der Schönheit der Inneren Stadt um die ganze Welt gehen, und der Tourismus dadurch auch langfristige Impulse erhält".

Eines dürfe man allerdings nicht vergessen - Berlin und Wien sind nicht zu vergleichen. Berlin ist wesentlich größer als Wien und die Fan-Meile in Berlin - im Angesicht des Brandenburger Tores - hat sich auf einen riesigen Park ausdehnen können. "Die Innere Stadt hat keine vergleichbaren Dimensionen - deshalb bedarf es der besonderen Schutzmaßnahmen für die relativ kleinen Parks in der City. Die Bundesgärten wollen aus diesem Grund auch ihre Anlagen sperren, was ich unterstütze. Und es bedarf lückenloser Sicherheitsmaßnahmen, um einem Entgleiten in Vandalismus und Alkoholexzessen vorzubeugen", sagte Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel. Es sei daher absolut legitim, als Bezirksvorsteherin auf solche nicht so positive Szenarien hinzuweisen; ÖFB-Präsident Stickler hat naturgemäß eine andere Funktion und ist eben in erster Linie ein Proponent des Fußballs. ""Wir müssen beide unseren jeweiligen Aufgaben gerecht werden", schloss Stenzel. +++

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