Vorschule: Einfache Massnahme gegen Vererbung von Armut

Die wichtige Fruehfoerderung betrifft nicht nur Kinder mit Bedarf an Sprachfoerderung, sondern allgemein Kinder aus sozial schwaecheren Elternhaeusern.

Wien (OTS) - Bei den 4- bis 6 Jährigen haben Kinder aus armutsgefährdeten Haushalten eine deutlich geringere Betreuungsquote (57%) gegenüber nicht armutsgefährdeten Kindern (75% Betreuung), so der aktuelle Armutsbericht. Die wichtige Fruehfoerderung betrifft nicht nur Kinder mit Bedarf an Sprachfoerderung, sondern allgemein Kinder aus sozial schwaecheren Elternhaeusern.
http://www.armut.at/Kindergarten%20und%20Schulbesuch.doc

Die Armutskonferenz erinnert an die PISA Auswertung: Von den zehn Prozent, die beim Lesen in Österreich am schlechtesten abgeschnitten haben, kommen mehr als zwei Drittel (68%) aus deutschsprachigen, österreichischen Familien. Rund 14 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund erreichten sogar die beiden höchsten Leistungsstufen. Ganze 45 Prozent lagen im Durchschnitt aller getesteten 15jährigen. Das heißt. 59% der Migranten lesen gleich gut oder besser als der Durchschnitt der Schüler deutscher Muttersprache.

Hier ist nicht der ethnische, sondern der sozioökonomische Hintergrund bestimmend.

"Die Zeit zwischen 3 und 6 Jahren birgt große Chancen sozial benachteiligte Kinder spielerisch und individuell zu fördern.", so Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk und Sprecher der Armutskonferenz.

"Eine gute integrative Kinderpädagogik ist in dieser Phase ein schützender und stärkender Faktor für das Selbstbewußtsein der Kinder.

Und hilft die in den Kindern angelegten Möglichkeiten spielerisch zu entfalten." Aus der Armutsforschung wissen wir: "Die Zeit zwischen 3 und 6 Jahren ist ein "Window of Opportunity", um mit einfachen Massnahmen etwas gegen die Vererbung von Armut zu tun.", so Schenk.

"Wichtig ist eine integrative Pädagogik, die sowohl mit behinderten Kindern, als auch mit sozial benachteiligten Kids als auch mit Sprachen so umzugehen weiß, dass alle profitieren." Und:
"Der Kindergarten muss für Niedrigstverdiener leistbar sein."

Insgesamt leben 96 000 Kinder und Jugendliche in "manifester Armut". 270 000 sind "armutsgefährdet. Armut ist konstant hoch. Die Vergleichszahlen zum letzten Jahr liegen alle in der statistischen Schwankungsbreite.

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