Wir gratulieren Runde Geburtstage im Juni

Wien (PK) - Im Juni feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

der ehemalige Abgeordnete Dr. Johannes GRADENEGGER (S) - 75. Geburtstag am 3. Juni,

der Bundeskanzler und Bundesminister a.D. und ehemalige Abgeordnete Mag. Viktor KLIMA (S) - 60. Geburtstag am 4. Juni,

der Abgeordnete und ehemalige Bundesrat Peter MARIZZI (S) - 60. Geburtstag am 4. Juni,

der ehemalige Bundesrat Ökonomierat Reinhold POLSTER (V) - 85. Geburtstag am 7. Juni,

der ehemalige Abgeordnete Ing. Herbert Ludwig GRAF (F) - 60. Geburtstag am 9. Juni,

der ehemalige Abgeordnete und Generalsekretär des Europarates Dr. Walter SCHWIMMER (V) - 65. Geburtstag am 16. Juni,

die ehemalige Bundesrätin Hedda KAINZ (S) - 65. Geburtstag am 17. Juni,

der ehemalige Abgeordnete Dr. Dieter ANTONI (S) - 65. Geburtstag am 23. Juni,

der ehemalige Bundesrat und Abgeordnete Franz KAMPICHLER (V) - 60. Geburtstag am 27. Juni,

der ehemalige Präsident des Bundesrates Josef PFEIFER (S) - 65. Geburtstag am 29. Juni.

Viktor Klima 60

Viktor Klima wird am 4. Juni 60 Jahre alt. Geboren 1947 in Wien, besuchte er dort Volksschule und Gymnasium, ehe er ein Studium der Betriebs- und Wirtschaftsinformatik an der TU Wien begann, welches er mit dem Magistertitel abschließen sollte. 1969 trat er in die Dienste der ÖMV, wo er in der Folge einen stetigen Aufstieg vollzog. Beginnend in einer Stabstelle der Konzernleitung, wurde er 1980 für die Konzernorganisation zuständig. Sechs Jahre später ernennt man Klima zum Chef der Personalabteilung, 1990 schließlich wird er in den Vorstand der ÖMV berufen.

Einer sozialdemokratischen Familie entstammend, wird Klima Anfang 1992 vom damaligen Bundeskanzler Vranitzky in die Regierung geholt. Klima avanciert zum Bundesminister für öffentliche Wirtschaft und Verkehr, nachdem Rudolf Streicher dieses Amt niedergelegt hatte, um sich seiner Kandidatur bei den Wahlen zum Bundespräsidenten zu widmen. Klima zeichnet sich durch ungewohnte Lockerheit bei gleichzeitiger Entschlossenheit und Tatkraft aus und wird schnell zu einem Liebling der heimischen Medien. Als er im Wahlkampf 1995 bei einer Fernsehdiskussion den damaligen Vorsitzenden der FPÖ entzaubert, gilt Klima allerorten als kommende Größe der SPÖ. Unterstrichen wird diese Sichtweise im Januar 1996, als Klima ins Finanzressort wechselt.

Schneller als allgemein erwartet, erklimmt Klima die oberste Sprosse der Karriereleiter. Im Januar 1997 folgt er Franz Vranitzky im Amt des Bundeskanzlers, vier Monate später wählt ihn der Bundesparteitag der SPÖ auch zum Bundesvorsitzenden der stärksten Partei Österreichs. Gemeinsam mit Englands Tony Blair, Frankreichs Lionel Jospin und Deutschlands Gerhard Schröder gilt Klima in jenem Jahr als Hoffnungsträger der neuen Sozialdemokratie.

Doch so steil Klimas Aufstieg verlaufen war, so schnell wendet sich das Blatt für den Neokanzler, der von Anfang an auf eine mediengerechte Inszenierung gesetzt hatte. Die zahlreichen Homestories, die sogar den "First Dog" "Grolli" einbezogen, ermüden das Publikum rasch, zumal auch gröbere Schnitzer passieren. So hatte sich Klima dabei fotografieren lassen, als er vermeintlich Hermann Maier bei Olympia die Daumen drückt, aus Zeitgründen allerdings vor dem Start Maiers. Es wurden zwei Fotostrecken gefilmt - Maier gewinnt, Maier verliert -, aber keiner von Klimas Spindoktoren hatte mit der Möglichkeit gerechnet, dass Maier spektakulär aus der Piste fliegen könnte. Auch Klimas Auftritt bei der Hochwasserkatastrophe, wo er mit kanariengelben Gummistiefeln buchstäblich im Weg stand, wurde vielfach als nicht besonders geglückt angesehen.

Dementsprechend verkrampft ging Klima in die NR-Wahlen 1999, wo es der SPÖ zwar gelang, den ersten Platz zu verteidigen, wo aber gleichzeitig mit 33 Prozent das schlechteste Ergebnis der Republiksgeschichte eingefahren wurde. Im folgenden Machtpoker hatte Klima die schlechteren Karten und musste mitansehen, wie ÖVP und FPÖ im Februar 2000 eine neue Regierung zimmerten. Wenngleich der so zum "Altkanzler" mutierte Klima zunächst Abgeordneter blieb, zeichnete sich schnell ab, dass er die SPÖ nicht als Oppositionsführer leiten wollte. Er nahm einen hochdotierten Posten bei VW in Argentinien an (wo er auch seine neue Lebensgefährtin kennenlernen sollte) und verabschiedete sich im Frühjahr 2000 aus der aktiven Politik. Heute ist Klima nach wie vor als Manager tätig und hält sich bei seinen Aufenthalten in Österreich aus der Tagespolitik heraus.

Walter Schwimmer 65

Seinen 65. Geburtstag feiert im Juni der frühere Generalsekretär des Europarates Walter Schwimmer. Geboren 1942 in Wien, besuchte er nach der Volksschule das Gymnasium, wo er 1960 maturierte. Ein daran anschließendes Jus-Studium beendete Schwimmer mit der Promotion zum Dr. iur. im Jahre 1964, um danach als Rechtsschutzsekretär in die Dienste der Gewerkschaft der Privatangestellten einzutreten. Ab 1971 war Schwimmer Bundessekretär des ÖAAB.

Im ÖAAB begann auch der politische Aufstieg Schwimmers. Seit 1963 gehörte er dem Bezirksvorstand des Leopoldstädter ÖAAB an, ab 1971 war er dessen Vorsitzender. Von 1984 bis 1996 stand Schwimmer dem Wiener AAB vor, seit 1973 war er Bezirksparteiobmann der ÖVP Leopoldstadt. 1975 sollte er überdies noch Präsident des Mieterbundes werden, ab 1986 war er Klubobmannstellvertreter der ÖVP-Parlamentsfraktion.

In den Nationalrat zog Schwimmer im November 1971 ein, wo er bald Bautensprecher seiner Fraktion werden sollte. Ab 1990 gehörte er der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an, 1999 übersiedelte er nach 28 Jahren im Nationalrat ganz nach Strassburg, um dort bis Ende August 2004 als Generalsekretär des Europarates zu wirken.

(Schluss)

Parlament/Geburtstage 1 =
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PARLAMENTSKORRESPONDENZ/08/31.05.2007/Nr. 419

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