FPÖ bekräftigt Warnung vor der Grünen Gentechnik

Klement: "Neue Untersuchungen belegen das Kontaminationspotential gentechnisch veränderter Nutzpflanzen"

Wien (OTS) - Es sind in den Mitgliedsstaaten der Europäischen
Union mittlerweile über 3500 Gemeinden und 170 Regionen die sich, österreichischen Beispielen folgend, zu Gentechnik-freien Zonen erklärt haben, erläutert FPÖ-Umweltsprecher NAbg Norbert Hofer. Das Problem sei aber, dass gentechnisch verändertes Saatgut keine Rücksicht auf das nimmt, was auf dem Papier steht.

FPÖ-Landwirtschaftssprecher NAbg. Karlheinz Klement kritisiert in diesem Zusammenhangt die geltende EU-Bio-Verordnung. "Gentechnik-Freiheit muss durch strikte Freisetzungsverbote vor allem auf dem grünen Acker und nicht nur auf dem grünen Tisch entschieden werden. Die EU-Bio-Verordung aus dem Dezember 2006 ist deshalb ein Signal in die falsche Richtung. Diese erlaubt eine gentechnische Verunreinigung von Bio-Lebensmitteln mit dem neunfachen des bis dahin in Österreich gültigen Grenzwertes von 0,1 Prozent. So wird Gentechnik aber nicht verhindert, sondern schrittweise salonfähig gemacht. Können die 0.9 Prozent nicht mehr gehalten werden, wird der Grenzwert eben nach Bedarf weiter erhöht."

Umweltsprecher Hofer verweist auf Untersuchungen in Spanien, einem Vorreiterland, was den Anbau von GVO-Saatgut betrifft. Hier seien, so Hofer, bei 40 Biobauern Proben des Erbmaterials ihres Maises gezogen worden. In über 25 Prozent der Proben wäre gentechnische Kontamination nachgewiesen worden. Zurückzuführen sei dies auf die in der Nachbarschaft angesiedelten Anbauflächen der in der EU zugelassenen Genmais-Sorte MON 810.

"Es zeigt sich, dass die von Konzernen und EU-Kommission proklamierte Koexistenz von biologischer, konventioneller und gentechnisch veränderter Landwirtschaft eine reine Propagandalüge ist", kritisiert Karlheinz Klement, um abschließend festzustellen: "Durch die schleichende Verbreitung der Grünen Gentechnik - in Deutschland werden die Genmais-Anbauflächen 2007 auf über 2000 Hektar verdoppelt - droht mittelfristig der Zusammenbruch der biologischen Landwirtschaft. Die EU-Kommission nimmt das offensichtlich in Kauf, um den US-Gen-Konzernen zu Willen zu sein. Landwirtschaftsminister Josef Pröll ist deshalb dringend aufgefordert, die bestehenden österreichischen Gentechnik-Verbote auf europäischer Ebene künftig mit größerer Entschlossenheit zu verteidigen."

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