16 Mio. Tonnen CO2 durch Kraft-Wärme-Kopplung einsparen

KWK-Potenzial in Österreich noch nicht voll ausgeschöpft / Fernwärme leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Wien (OTS) - Die Fernwärme leistet einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und trägt damit zum Klimaschutz bei:
Laut Fachverband Gas Wärme (FGW) wurden im Jahr 2000 in Österreich noch 7500 GWh Fernwärme aus KWK-Anlagen erzeugt, fünf Jahre später waren es schon rund 9400 GWh. Das sind knapp drei Viertel der Gesamt-Fernwärmeerzeugung. In der aktuellen Studie "Innovation & Klima" des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO (November 2006) heißt es zu diesem Thema: "Die zunehmende Wärmeproduktion [für Fernwärme, Anm.] erfolgt nahezu ausschließlich in KWK-Anlagen und hat aufgrund der Substitution der fossilen Raumwärmeerzeugung der privaten Haushalte positive Auswirkungen auf die österreichische Treibhausgasbilanz."

Laut WIFO-Studie gibt es im Bereich der Fernwärme ein enormes noch realisierbares KWK-Potenzial, die CO2-Emissionen könnten durch Fernwärme-KWK-Anlagen um bis zu 16 Mio. Tonnen pro Jahr gesenkt werden [Anm.: KWK-Potential für die Nutzenergiearten 'Raumwärme, Klima, Warmwasser']. "Um dieses Potenzial zu nutzen, ist es wichtig, neben der Errichtung von KWK-Anlagen den Ausbau der Fernwärmenetze voranzutreiben, denn nur dadurch kann die Wärme aus der KWK tatsächlich genützt werden", erklärt Dir. Ing. Franz Schindelar, Obmann-Stellvertreter des Fachverbands Gas Wärme. Wenn allein 10% des Potentials für Fernwärme gehoben werden, spart das schon 1,6 Mio. Tonnen CO2.

Kraft-Wärme-Kopplung: Potenzial in Österreich noch nicht ausgeschöpft

Bei einer mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betriebenen Energiewandlungsanlage wird sowohl die entstehende Wärme als auch die durch die Energieumwandlung erzeugte elektrische Energie genutzt. Im Gegensatz zu thermischen Wärmekraftwerken, die nur auf Stromproduktion ausgelegt sind, wird bei KWK-Anlagen durch die gleichzeitige Abgabe von Strom und Wärme ein sehr viel höherer Nutzungsgrad (bis zu 90 Prozent) erreicht, wodurch Brennstoff eingespart werden kann, wenn Abnehmer der Wärme zur Verfügung stehen, wie z. B. in Form eines Fernwärmenetzes. Damit stellen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) bei gekoppelter Produktion von Strom und Wärme eine effiziente und günstige Möglichkeit dar, die CO2-Emissionen zu senken.

In Österreich wird dieses Potenzial jedoch noch nicht voll ausgeschöpft: Der Anteil des Stroms der in Kraft Wärme Kopplungs Anlagen erzeugt wird beträgt hierzulande 32% und liegt damit hinter Ländern wie Dänemark, den Niederlanden oder Finnland, die Anteile zwischen 35 und 47% aufweisen (siehe Grafik). "Diese Länder sind beim Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung nicht wegen einer günstigen Industriestruktur so erfolgreich. Entscheidend ist die konsequente energiepolitische Zielsetzung", so Schindelar: "Wenn wir in Österreich konsequent die Kraft-Wärme-Kopplungs-Potentiale forcieren und auch nutzen, könnten wir das Ziel, den Anteil der effizienten gekoppelten Produktion in KWK Anlagen (wie von der EU-KWK-Richtlinie gefordert) zu verdoppeln, problemlos erreichen. Grundvorraussetzung für die Nutzung dieser Potentiale ist aber der Ausbau der Fernwärme, um auch die bestehenden KWK Anlagen besser auslasten zu können."

Die Statistik weist allerdings nicht aus, wie viel Strom tatsächlich in gekoppelter Produktion mit Wärme erzeugt wurde, da in der Regel KWK-Anlagen auch in der Lage sind nur Strom zu erzeugen (ohne Wärmeauskoppelung), wenn kein oder geringer Wärmebedarf vorliegt, beispielsweise im Sommer. Diese Funktion der Anlagen ist aus Gründen der Versorgungssicherheit bei Strom sehr wichtig.

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