Deutsche Energieversorger bevorzugen strategische Partner gegenüber Börsegang

Frais: "Auch Scharingers Raiffeisenbank ist nicht an der Börse."

Linz (OTS) - "Aus der Zeit des Börsefetischismus der späten 90-er Jahre beziehen ÖVP und Grüne ihre Euphorie pro Energie-AG-Börsegang. Denn in Europas Versorgungswirtschaft herrschen mittlerweile ganz andere strategische Überlegungen. Vor allem am heiß umkämpften deutschen Energiemarkt suchen kleinere und mittlere Unternehmen gezielt nach passenden strategischen Partnern, anstatt alleine den Sprung aufs Börseparkett zu wagen. So sollen die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten im vorherrschenden Verdrängungswettbewerb möglichst erhalten bleiben", informiert SP-Klubchef Dr. Karl Frais. Interessant ist auch, dass die von Pühringer als Energie AG-Kaufinteressentin genannte Raiffeisen Landesbank selbst nicht an der Börse notiert ist. "Offen bleibt die Frage, warum der anerkannte Finanzexperte Scharinger für den Börsegang der Energie AG so vehement e eintritt, aber seine Raiffeisenbank nicht an die Börse bringt?" hinterfragt der SP-Klubbobmann.

"Dass die Börse nicht jenes Allheilmittel ist, wie es derzeit von den Energie AG-Börsegang-Befürwortern vermittelt wird, werden nicht einmal eingefleischte Börsianer bestreiten. Gerade in der Landesversorgung herrschen andere unternehmerische Spielregeln als dies etwa bei exportorientierter Maschinenproduktion oder am Glücksspielsektor der Fall ist. Um die Landesversorgung in Oberösterreich nachhaltig zu sichern, müssen daher die Rahmenbedingungen für die Energie AG optimiert und die Versorgungskräfte gebündelt werden. Eine verstärkte Kooperation mit dem Verbund als Eigentümer der großenösterreichischen Wasserkraftwerke wäre ein logischer strategischer Schritt dazu", stellt Frais fest.

Viel Blendwerk werde von ÖVP und Grünen derzeit betrieben, um der Öffentlichkeit die vermeintlichen Sonnenseiten des Energie AG-Börsegangs zu vermitteln. "Pühringer und Anschober wollen nicht offen zugeben, dass sie 42 Prozent unseres Landesversorgers an der Börse verkaufen wollen, nur um den Nimbus des schuldenfreien Oberösterreichs bis zur nächsten Landtagswahl zu erhalten. Mit dem von ihnen eingeschlagenen Weg tragen sie jedoch nicht zum schuldenfreien, sondern nur zum vermögensfreien Oberösterreich bei. Die SPÖ hingegen tritt für eine starke öffentliche Landesversorgung mit einem starken öffentlichen strategischen Partner im Sinne einer nachhaltigen Landespolitik ein", argumentiert der SP-Klubobmann.

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