Neues Volksblatt: "Wahrheit" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 26. Mai 2007

Linz (OTS) - Am Ergebnis der Hochschülerschaftswahl gibt es wenig herumzudeuteln. Erneut bestätigte sich, dass die Wahl der studentischen Interessenvertretung ein demokratisches Minderheitenprogramm ist. Problembewusstsein jedenfalls, das zum Wählen angeregt hätte, konnte die ÖH-Führung keines wecken. Apropos ÖH-Führung: Natürlich ist die Wahl ein Denkzettel für das rot-grüne Spitzenduo. Dass sich GRAS und VSStÖ mit ihrer Absage an eine Zusammenarbeit an die siegreiche ÖVP-nahe AG als schlechte Verlierer erweisen, muss der Ordnung halber auch erwähnt werden. Der grüne Mandatsgewinn ist überdies ein rechnerischer Erfolg, dahinter stecken ebenso Stimmenverluste wie bei den roten Studenten. Deren Ursache hat einen Namen: Alfred Gusenbauer. Der Kanzler - er hat in den Augen des VSStö die Studierenden "verraten und verkauft" - weiß nun, dass Wahlversprechen ernst genommen werden. Auf die Vergesslichkeit der Wähler bis zur nächsten Nationalratswahl braucht der SPÖ-Chef nicht zu hoffen: Versprochen - gebrochen klingt gut und wird oft zu hören sein. Man darf gespannt sein, wie die SPÖ mit dieser bitteren Wahrheit umgeht.

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