Wiener Gemeinderat (11)

Subventionen an das Odeon (690.000 Euro) und die Kammeroper (700.000 Euro)

Wien (OTS) - GR Mag. Marie Ringler (Grüne) kritisierte, dass die beiden vorliegenden Akten sich nicht an die Regeln der Theaterreform halten würden, die Ausräumung der Bedenken des Kontrollamtes gegenüber dem Odeon allein sei nicht genug.

GR Dr. Franz Ferdinand Wolf (ÖVP) gab zu bedenken, dass eine Finanzierung auf bloß ein Jahr nachhaltige künstlerische Arbeit verhindere.

GR Ernst Woller (SPÖ) betonte, man könne künstlerische Lebenswerke nicht einfach wegwischen. Dennoch gebe es in Wien bedeutende Änderungen im Wesen der Theatersubvention, die aber nicht in Brandrodung ausarten dürften.

Abstimmung: Mehrstimmig angenommen

Subvention an die Scheibmaier GmbH für den Wiener Operettensommer (150.000 Euro)

GR Mag. Harald Stefan (FPÖ) kritisierte das aus seiner Sicht neue Verhältnis des Veranstalters zur SPÖ und warf die Frage auf, warum der PID noch zusätzlich subventioniere.

GR Mag. Marie Ringler (Grüne) vermutete, es handle sich um indirekte Parteienfinanzierung, die nichts mit der Theaterreform zu tun habe, die überdies damit völlig verwässert würde.

GR Dr. Franz Ferdinand Wolf (ÖVP) wies darauf hin, dass der Stadtrat im Ausschuss erklärt habe, die Beteiligungsverhältnisse seien ihm nicht bekannt. Dieser Informationsstand sei untragbar.

GR Ernst Woller (SPÖ) betonte, der Operettensommer sei keine Theateraktivität sondern eine wichtige Sommeraktivität, durch die auch der Garten des Theresianums erstmals öffentlich zugänglich werde.

Abstimmung: Mehrstimmig angenommen

Subvention an die HEY-U Entertainment GmbH für das Schönbrunn Konzert (250.000 Euro)

GR Mag. Harald Stefan (FPÖ) kritisierte erkleckliche Mängel am Markt, die eine Zustimmung unmöglich machten.

GR Mag. Marie Ringler (Grüne) warf die Frage auf, warum im Zuge der Theaterreform verschiedene Maßstäbe an verschiedene Produktionen und Institutionen gelegt würden. Sie wies auch darauf hin, dass Werner Zinggl nicht mehr für das Depot tätig wäre.

StR Dr. Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) stellte die Frage, warum Zinggl dann andauernd mit ihm über Subventionen für das Depot verhandle.

GR Dr. Franz Ferdinand Wolf (ÖVP) kritisierte, dass heute eine Subvention für ein Konzert von gestern beschlossen würde und wies darauf hin, dass die versprochenen Zuschauerzahlen im Fernsehen nicht gehalten hätten.

GR Rosemarie Polkorab (SPÖ) betonte, dass auch der Sender 3Sat Live in eine Reihe von Ländern übertragen habe und es im übrigen für die Sozialdemokratie keine Frage wäre, dieses Großereignis zu unterstützen.

GR Dr. Franz Ferdinand Wolf (ÖVP) wies in einer tatsächlichen Berichtigung nochmals auf die Lücke zwischen den angenommenen und tatsächlichen TV Zuseherzahlen hin.

Abstimmung: Mehrstimmig angenommen

Subvention an den Kunstverein "Theater des Augenblicks"

GR Mag. Gerald Ebinger (FPÖ) kritisierte die Undurchschaubarkeit des Aktes es handle sich in der Beschreibung des künstlerischen Profils nur um heiße Luft. Auch sei nicht einsichtig, warum ein Off-Theater ein "Kompetenzzentrum" brauche.

GR Ing. Mag. Bernhard Dworak (ÖVP) vermutete die Subvention sei nur eine Befriedigungsaktion im Rahmen der freien Theaterszene. (Forts.) roe/gse

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