AK-Vollversammlung 2:Tirol braucht zumindest so viel Bildungsförderung wie Bauernförderung!"

Dinkhauser: Statt Facharbeiter zu importieren, gehören unsere Tiroler ordentlich ausgebildet

Innsbruck (OTS) - ""Tirol wird seiner Talente viel zu wenig
gerecht. In unserem Land schlummert ein ungeheurer Schatz. Das sind die Beschäftigten, die jeden Tag mit ihren Ideen und ihrem Einsatz dafür sorgen, dass es in Tirol aufwärts geht. Aber damit sie den Kopf frei bekommen zur Weiterbildung, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dafür muss das Land Geld in die Hand nehmen. Tirol braucht zumindest so viel Bildungsförderung wie Bauernförderung", verlangt der Tiroler AK-Präsident Fritz Dinkhauser in Rahmen der 148. Vollversammlung: "Die Mehrheit - das sind die Arbeitnehmer, muss zumindest gleich viel wert sein, wie die Minderheit, die Bauern! Statt Facharbeiter zu importieren, gehören unsere Tiroler ordentlich ausgebildet."
Wir müssen alles unternehmen, um für die Beschäftigten die Bildungshürden zu verringern. Die Arbeits- und die Lebensbelastung sind für den Einzelnen meist zu stark. Es sind familiäre, zeitliche, finanzielle aber auch körperliche Gründe, warum gerade die Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kaum eine Chance hat, sich höher zu qualifizieren. Wo bleibt die Chancengleichheit für schwer Arbeitende, für Doppelbelastete, für ausländische Mitarbeiter, für junge Menschen mit Sprachdefiziten?
Dinkhauser: "Wir brauchen Bildungsanimateure in den Gemeinden Tirols, die aktiv auf die Menschen zugehen und ihre Talente wecken. Wir wollen in unserem Land die besten Bildungsangebote zum billigsten Preis für möglichst viele Menschen möglichst in allen Regionen des Landes. Mir schwebt eine Arbeiterhochschule für unser Bundesland vor mit allen Bildungseinrichtungen Tirols unter einer Dachmarke. Wir sollten auch unsere HTL´s zu Fachhochschulen ausbauen, weil wir vor allem im Bereich der Technik, des Maschinenbaus und der Elektronik-und Elektrotechnik in den kommenden Jahren dringend beste Fachleute brauchen: "Statt Facharbeiter zu importieren, gehören unsere Tirolerinnen und Tiroler ordentlich ausgebildet."
Junge bleiben auf der Strecke
Wie dringend nötig diese Maßnahmen sind, zeigen alarmierende Zahlen:
20 Prozent unserer Jugendlichen können nur mangelhaft lesen, schreiben und rechnen. Pro Jahrgang fehlen in Tirol rund 1.600 jungen Menschen die Grundkompetenzen in diesen zentralen Fertigkeiten. Damit sind sie am Arbeitsmarkt von Anfang an praktisch chancenlos.
1.000 junge Menschen pro Jahr werden ohne Schul- bzw. Berufsabschluss ins Arbeitsleben entlassen. "Die Jugend hat sich eine zweite und dritte Chance verdient", so Dinkhauser. "Wir müssen allen jungen Menschen zumindest den Hauptschulabschluss ermöglichen. Wir wollen aber auch Arbeiter zu Facharbeitern, Gesellen zu Meistern, Facharbeiter zur Fachhochschulabsolventen qualifizieren. Das ist die beste Zukunfts-Investition und der Schlüssel für unser Land, seine Menschen und die Wirtschaft."
In den Tiroler Arbeitnehmern schlummert ein ungeheurer Schatz -kreative, innovative Menschen, deren Potenzial zu wenig ausgeschöpft wird. Die Frage der lebenslangen Ausbildung wird für uns zur Überlebensfrage werden. Nur so kann Tirol besser werden, können Betriebe neue Ideen umsetzen, werden wichtige Leitbetriebe bei uns bleiben, bleiben wir attraktiv für künftige Ansiedelungen im hoch qualifizierten Bereich. Ohne neue Finanzierungs- und Karenzierungsmodelle werden die Tiroler Beschäftigten die Herausforderungen der kommenden Jahre nur sehr schwer oder gar nicht bewältigen.
Der AK-Präsident fordert einen Qualitätssprung im Budget in Richtung Bildungsland Nummer Eins und verlangt im Sinne der Beschäftigten zumindest soviel Bildungsförderung wie Bauernförderung: "Derzeit beträgt die Arbeitnehmerförderung des Landes für 80 Prozent der Bevölkerung nur einen Bruchteil der Bauernförderung. Hier erwarte ich mir ein deutliches Signal in Richtung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land."

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