Hinterleitner: Gastronomie nimmt ihre Verantwortung ernst

Fachverband beschließt umfassendes Aktionsprogramm - Überprüfung der Betriebe, Ausweitung des alkoholfreien Getränkesortiments

Wien (PWK402) - "Sucht und Alkoholmissbrauch sind ein gesamtgesellschaftspolitisches Problem, das allein durch Verbote und verschärfte Strafbestimmungen nicht in den Griff zu bekommen ist. Die Gastronomie ist lediglich einer von vielen Vertriebskanälen für Alkohol. Man kann es sich nicht so einfach machen und die Branche zum Sündenbock erklären", stellt der Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ, Komm.Rat Helmut Hinterleitner, fest: "Andrerseits bekennen wir uns zu unserer Verantwortung und nehmen diese ernst".

Bereits vor zwei Monaten hat der Fachverband Briefe an alle Betreiber von Jugendlokalen und Diskotheken versandt, in denen sich der Fachverband mit aller Deutlichkeit von vereinzelt vorkommenden Aktionen und Werbemaßnahmen distanziert, die auf den exzessiven Konsum von Alkohol abzielen (Kübelsaufen, Metertrinken, Flat Rate Partys u.ä.).

Darüber hinaus ist folgendes umfassendes Aktionsprogramm in Umsetzung:

- Ausbau der Information- und Schulungsveranstaltungen in Berufsschulen, Gastgewerbe- und Tourismusschulen sowie bei Wirteversammlungen.

- Mistery Guest Überprüfungen mit Beteiligung der Branchenvertretung.

- Einrichtung von "Ethikkommissionen", die im Falle von Aktionen zur Förderung exzessiven Alkoholkonsums Entscheidungen treffen und gegebenenfalls Maßnahmen verhängen.

- Ausweitung und Bewerbung eines attraktiven und umfangreichen alkoholfreien Getränkesortiments ("Österreichischer Jugenddrink").

Der Fachverband will damit im eigenen Bereich ein Zeichen setzen. "Wir erwarten aber auch, dass Präventionsmaßnahmen verstärkt werden. Jugendschutz geht uns alle an", betont Hinterleitner. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol müsse den Jugendlichen vor allem von den Erwachsenen (Elternhaus, Schule, Jugendeinrichtungen) vorgelebt und vorgezeigt werden. "Wir sind für ein Heranführen an einen verantwortungsvollen Umgang, für Prävention statt Verbote".

Die Gastronomie wehrt sich massiv dagegen, in der öffentlichen Diskussion als Sündenbock für eine Problematik herhalten zu müssen, die in der Verantwortung der Gesellschaft liegt und deren Lösung nur durch eine gesamtgesellschaftspolitische Anstrengung herbeigeführt werden kann, fasst Hinterleitner zusammen. "Wir sind jedenfalls bereit, unseren Beitrag dafür zu leisten!" (hp)

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