Marek: Tourismuswirtschaft muss sich den Herausforderungen des Klimawandels stellen

Einleitungsreferat bei der Tourismusenquete im Parlament

Wien (BMWA-OTS) - "Der unübersehbare Klimawandel stellt die österreichische Tourismusindustrie - und nicht nur diese - vor neue Herausforderungen, und zwar nicht nur Hotellerie und Gastronomie, sondern auch alle anderen tourismusrelevanten Branchen wie die Freizeit- und die Sportartikelindustrie", erklärte Staatssekretärin Christine Marek am Donnerstag in ihrem Einleitungsstatement bei der Tourismusenquete im Parlament.

Marek nützte die Veranstaltung - sie stand unter dem Titel "Klimawandel - Chancen und Herausforderungen für den Österreichischen Tourismus?" -, um zunächst auf das grundsätzliche Bekenntnis der Bundesregierung zur Notwendigkeit des Klimaschutzes hinzuweisen. Allerdings müssten dabei weltweit alle wesentlichen Partner mitmachen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Der Tourismuswirtschaft bringe der Klimawandel sowohl Herausforderungen als auch neue Chancen, wandte sich die Staatssekretärin sodann konkret dem Tagesthema zu: Einerseits müsse vor allem der Wintertourismus seine Abhängigkeit vom Schnee abbauen, andererseits könne im Sommer der Seen- und Alpintourismus Gästeschichten aus dem zu heiß werdenden Mittelmeerraum anziehen. Die Anfang Mai beim Tourismustag in Werfenweng vorgestellte Studie des Tourismusexperten Prof. Egon Smeral habe für Österreich neben der Einzigartigkeit der Landschaft insbesondere dem Klima eine Schlüsselfunktion für die internationale Wettbewerbsposition zuerkannt.

Maßnahmenkatalog

Da der Klimawandel vor allem eine Gefahr für den Wintertourismus in Österreich darstelle, sei gerade für diesen Bereich ein umfangreicher Maßnahmenkatalog umzusetzen, damit die bisherige Position Österreichs gehalten werden könne, betonte Marek. Dazu gehöre die Forcierung des schneeunabhängigen Wintertourismus -Städtetourismus (auch Kleinstädte), Kur-/Gesundheitstourismus, Kongress-/Tagungs-/Messetourismus und Kulturtourismus - ebenso wie der Aufbau von Destinationen wie Ischgl und Kitzbühel zu "Lifestyle-Marken". Parallel dazu könnten Destinationen mit Schwerpunkt auf "sanftem Tourismus" und Ökologie - wie zum Beispiel Werfenweng - dies als Wettbewerbsvorteil nutzen und als Image aufbauen. Nicht umhin werde man können, Angebote auf neue Quellmärkte - vor allem in Osteuropa - auszurichten, wo neben sportlicher Betätigung auch Erholung, Entspannung, Shopping und Nachtleben eine wichtige Rolle spiele. Marek sprach sich auch für eine Forcierung der künstlichen Beschneiung unter Einsatz modernster Technologien und eine vorsichtige Erschließung höherer Lagen unter Bedachtnahme auf den Naturschutz aus. Hier werde eine Verstärkte Kooperationen der Betriebe (Seilbahnen & Hoteliers etc.) und Regionen notwendig sein, um steigende Investments finanzieren zu können

Der Sommertourismus könne hingegen, setzte Marek fort, mit seinem gemäßigten Klima von einer Umlenkung der Reiseströme als Folge der Erwärmung profitieren: Es werde auch zu einer Verlängerung der Sommersaison in Österreich kommen. Dies hätte Auswirkungen auf viele Ausflugsdestinationen, aber auch auf klassische Freiluftsportarten wie Rad fahren, Golfen, Tennis, Wandern und dergleichen. Die Gastronomie könnte von einer Verlängerung der Schanigartensaison profitieren.

"Sauberes Wasser, saubere Luft und intakte Natur sind schon heute Österreichs Wettbewerbsvorteile und könnten noch zusätzlich an Bedeutung gewinnen. Besonders der Alpenraum hat diesbezüglich großes Potential. Wenn wir dieses entsprechend nützen, wird Österreich seine weltweite Spitzenposition im Tourismus behalten und die Tourismuswirtschaft ihre Funktion als Jobmotor beibehalten", betonte Marek abschließend.

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