Bund und Stadt Wien gemeinsam für Lärmschutz an der Schiene

Wien und Bund: Je 1,8 Mio. Euro jährlich für Baumaßnahmen für den Lärmschutz - Unterzeichnung neuer Planungsverträge

Wien (OTS) - Einen neuen Vertrag im Rahmen des Projekts "Schalltechnische Sanierung von Eisenbahn-Bestandsstrecken in Wien" haben am Freitag Verkehrsminister Werner Faymann, Umweltstadträtin Ulli Sima sowie Vertreter der ÖBB-Infrastruktur Bau Aktiengesellschaft unterzeichnet. Auf Basis dieses Vertrages sind nun die finanziellen Voraussetzungen für lärmtechnische Untersuchungen für die schalltechnische Sanierung einer Reihe von weiteren Eisenbahnabschnitten in Wien gesichert. Jährlich investieren die Stadt Wien und der Bund je 1,8 Mio. Euro in den Lärmschutz entlang der Schiene in Wien. "Für die Gesundheit der Anrainer ist es wichtig, gezielte Lärmschutzmaßnahmen zu setzen. Mit effizientem Einsatz der Finanzmittel kann überall dort, wo es notwendig ist, etwas getan werden", so Verkehrsminister Faymann. "Der Stadt Wien ist der Lärmschutz ein zentrales Anliegen, die Lärmschutzmaßnahmen erhöhen die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener und daher werden wir diese Maßnahmen entlang der Schiene auch konsequent weiterführen" so Umweltstadträtin Sima.

Lärmschutzwände und Schallschutzfenster entlang der Schiene

An Teilstrecken der Westbahn, der Südbahn, der Verbindungsbahn, der S45/Vorortelinie u.a. beginnen nun nach der Vertragsunterzeichnung lärmtechnische Untersuchungen. Die Ergebnisse entscheiden über Art und technische Details der zukünftigen Lärmschutzmaßnahmen. Vorgesehen sind baulicher Lärmschutz (Lärmschutzwände) und/oder Objektschutz (Schallschutzfenster). Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt zu je 50 % vom Bund und Land Wien. Sobald Untersuchungsergebnisse über die Art der Lärmschutzmaßnahmen vorliegen, kann mit der Detailplanung begonnen werden. Die Projektabwicklung inklusive der Priorisierung der einzelnen Maßnahmen erfolgt von Seiten des Landes Wien durch die Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22.

Die Unterzeichnung des neuen Planungsvertrags zwischen Land Wien und ÖBB Bau AG bedeutet für folgende Eisenbahnstreckenabschnitte den Start für lärmtechnische Untersuchungen:

o Westbahn: Bereich Deutschordenstraße bis Landesgrenze o Südbahn: Bereich Meidlinger Hauptstraße bis Atzgersdorfer Straße o Verbindungsbahn o Franz-Josefs-Bahn: Bereich Spittelau bis Landesgrenze o S45/Vorortelinie: Bereich Linzer Straße bis Rankgasse und B ereich Wilhelminenstraße bis Gunoldstraße o Strecke Maxing-Wien Alberner Hafen: Bereich Oberlaa o Strecke Wien Nord-Bernhardsthal: Bereich Siedlung Neusüßenbrunn o Strecke Floridsdorf-Unter Retzbach: Bereich Brünner Straße bis Landesgrenze

Zahlreiche von Bund und Stadt Wien finanzierten Lärmschutzprojekte sind bereits fertig gestellt

o In Wien-Penzing an der Westbahn wurde im April 2002 eine 400 Meter lange und bis zu 5 Meter hohe hochabsorbierende Lärmschutzwand im Bereich Blindenwohnheim in nur wenigen Monaten Bauzeit fertig gestellt. o Im Herbst 2005 wurden die Bauarbeiten für die Lärmschutzwand an der Nordbahnstrecke im Bereich Bahnhof Leopoldau abgeschlossen. Parallel dazu wurden die förderungsberechtigten Eigentümerinnen und Eigentümer von insgesamt 45 Wohngebäuden durch das Land Wien über die Fensterförderungsaktion informiert. Einreichungen dazu sind bei der ÖBB Bau AG noch bis 2011 möglich. o An der Donauuferbahn im Bereich Reichsbrücke bis Meiereistraße/Wehlistraße sind die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer ebenfalls über die Fensterförderungsaktion informiert worden. Einreichungen bei der ÖBB Bau AG sind noch bis 2011 möglich. o Beim Nordwestbahnhof im Bereich Taborstraße wurden im November 2006 die bereits bestehenden Lärmschutzwände bis zum Bereich Stromstraße verlängert. Auch hier ist eine Fensterförderung noch bis 2011 vorgesehen.

Weitere Lärmschutzprojekte in Umsetzung

o Der Spatenstich für eine Lärmschutzwand an der Westbahnstrecke im Bereich Johnstraße bis Bahnhof Penzing erfolgte Anfang Mai 2007. Voraussichtliches Bauende ist Herbst 2007. Parallel dazu läuft ein Förderungsprogramm für Lärmschutzfenster noch bis 2011. o An der Südbahn zwischen Siebenbrunnengasse und Kliebergasse sind der Bau einer Lärmschutzwand und Fensterförderungen gesichert. Die Umsetzung dieses Lärmschutzprojektes erfolgt im Rahmen der Projektumsetzung für den neuen Hauptbahnhof Wien. o Fix ist auch die Realisierung einer Lärmschutzwand und die Förderung von Lärmschutzfenstern im Bereich Bahnhof Wien Nord/Hellwagstraße an der Schnellbahn-Stammstrecke. Durchgeführt werden die Bauarbeiten für diese Lärmschutzwand im Rahmen der Umbauten Bahnhof Wien Nord.

ÖBB und Stadt Wien ziehen in Sachen Lärmschutz an einem gemeinsamen Strang

ÖBB und Stadt Wien ziehen in Sachen Lärmschutz an Eisenbahn-Bestandsstrecken in Wien an einem gemeinsamen Strang. In einem Übereinkommen zwischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und der Stadt Wien aus dem Jahr 2001 haben sich die beiden Projektpartner verpflichtet, gemeinsam die Errichtung von Lärmschutzwänden und den Einbau von Lärmschutzfenstern durchzuführen. Von der Durchführung aller Lärmsanierungsprojekte entlang des Wiener Bahnstreckennetzes profitieren ca. 60.000 Wienerinnen und Wiener.

Das Projekt "Schalltechnische Sanierung von Eisenbahn-Bestandsstrecken in Wien" erfolgt etappenweise. Sowohl für die Planung als auch für die Durchführung der einzelnen Lärmschutzmaßnahmen müssen zwischen Bund und Land Einzelverträge abgeschlossen werden. In welcher Reihenfolge die ausgewählten Strecken saniert werden, hängt von der entsprechenden Lärmbelastung und der Anzahl der betroffenen Menschen ab. AnrainerInnen, die in dicht besiedelten Gebieten leben und besonders hohem Bahnlärm ausgesetzt sind, kommen früher "zum Zug". Diese Prioritätenreihung wird von der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 mit Hilfe des Schienenverkehrslärmkatasters festgelegt. (Schluss) vor

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