Interessensvertretungen der ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen formulieren Empfehlungen zur besseren Vereinbarung von Beruf und Familie (1)

Wien (OTS) - Die Sozialpartner (Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer, ÖGB und AK) und die Industriellenvereinigung haben Vorschläge für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie entwickelt, und diese Empfehlungen an die Bundesregierung weitergeleitet. Die bisherigen Vorhaben der Bundesregierung (Flexibilisierung des Kinderbetreuungsgeldes, Ausbau der Kinderbetreuung) werden als Schritt in die richtige Richtung begrüßt, darüber hinaus haben die Interessensvertretungen weitere Vorschläge. Es geht ihnen vor allem darum, durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen den Erfordernissen von Wirtschaft, Arbeit und Familie möglichst gerecht zu werden.

Konkret wird vorgeschlagen:
+ Zusätzliche Varianten bei der Bezugsdauer von Kinderbetreuungsgeld:
Bezug von 24 Monaten Kinderbetreuungsgeld (+ 5 Monate bei Teilung) sowie 20 Monate (+ 4 Monate bei Teilung), in jeweils einer kostenneutralen Höhe.
+ Die Anhebung der Zuverdienstgrenze auf 16.200 Euro, wie von Regierung geplant, wird begrüßt. Zusätzlich werden die Umstellung auf ein Bruttoeinkommen statt der derzeit geltenden Lohnsteuerbemessungsgrundlage sowie eine praxisgerechte und leicht verständliche Lösung für selbständig Erwerbstätige (z.B. Anknüpfung an die Betriebsentnahme) vorgeschlagen.
+ Geprüft werden soll - bei entsprechender Finanzierbarkeit - eine Wahlmöglichkeit zwischen der betragsmäßigen Zuverdienstgrenze und einer Arbeitszeitgrenze bis zu 24 Stunden wöchentlich, um besser Qualifizierten die Erwerbstätigkeit zu erleichtern. Bei selbständigen Erwerbstätigen müsste das Einkommen in diesem Fall um 40 Prozent reduziert werden.
+ Die Schaffung von 5.000 Betreuungsplätzen für unter 3-jährige Kinder als jährliches Mindestziel, um den frühen Wiedereinstieg zu unterstützen. Neben den Ländern sollte sich auch der Bund am Ausbau finanziell beteiligen. Gemeinsam mit Ländern und Gemeinden sollen Maßnahmen getroffen werden, damit die Öffnungszeiten der Kinderbe-treuungseinrichtungen mit Erwerbstätigkeit besser in Einklang gebracht werden können. Dabei sollten nicht nur institutionalisierte Kinderbetreuungseinrichtungen sondern auch private Initiativen in diesem Bereich (zB Tageseltern) berücksichtigt werden.
+ Die Gleichbehandlung freiwilliger Sozialleistungen von Unternehmen. Finanzielle Zuwendungen der Unternehmen für qualifizierte über- und außerbetriebliche Kinderbetreuungsangebote sollen wie Betriebskindergärten steuer- und sozialversicherungsfrei sein.
+ Eine begleitende Unterstützung einer Veränderung von Rollenbildern und Lebensmodellen, um geschlechtsspezifische Erwerbsmuster anzugleichen und die partnerschaftliche Teilung von Betreuungspflichten zu fördern.

Das Schreiben der Präsidenten von ÖGB, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Arbeiterkammer und Landwirtschaftskammer, Rudolf Hundstorfer, Christoph Leitl, Veit Sorger, Herbert Tumpel und Gerhard Wlodkowski, wurde heute den Regierungsmitgliedern übermittelt.

AVISO an die Redaktionen: Der "Offene Brief" der Präsidenten wird in Kürze als OTS zur Verfügung gestellt.

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