IKT-Wirtschaft - Pollirer zu Vorratsdatenspeicherung: "6 Monate sind mehr als genug"

Bilanz 2006: Informations- und Kommunikationssektor in Österreich mit 40 Mrd Euro Umsatz, 210.000 Arbeitsplätzen - Anhaltendes Wachstum auch für 2007 prognostiziert

Wien (PWK400) - "Der Informations- und Kommunikationssektor hat
auch 2006 bewiesen, dass die wirtschaftsnahen Dienstleister immer stärker zur Konjunkturlokomotive werden", freut sich Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der Bundessparte Information und Consulting in der WKÖ, über die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturrückschau auf 2006. Die wirtschaftlichen Kennzahlen, erhoben von der KMU Forschung Austria, weisen für die zehn Branchen Abfallwirtschaft, Finanzdienstleister, Werbung, Unternehmensberatung/IT, Technische Büros, Druck, Immobilienwirtschaft, Buchhandel, Versicherungsmakler und Telekom/Rundfunk eine Steigerung des Gesamtumsatzes von 7,3 Prozent auf mehr als 40 Milliarden Euro und eine bemerkenswerte Exportquote von 10,3 Prozent aus.

"Mit einem Umsatzplus von 7,3 Prozent lagen wir auch 2006 deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 4,6 Prozent", erklärt Pollirer, wobei die Sektoren Unternehmensberatung/IT mit + 12,2 Prozent und die Technischen Büros mit + 11 Prozent besonders hervorstechen. Pollirer sieht in der seit mehreren Jahren anhaltenden Umsatzdynamik auch den Beweis dafür, dass die Wachstumssektoren Information, Kommunikation und Consulting den weltweiten Wandel von der Produktions- zur Dienstleistungsgesellschaft nachhaltig vollzogen haben.

Die Exportquote hat sich mit 10,3 Prozent des Gesamtumsatzes wieder auf zweistelliges Niveau eingependelt. "Mit rund 4 Milliarden Exportvolumen haben unsere Mitgliedsunternehmen einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass die österreichische Wirtschaft die Schallmauer von 100 Milliarden Euro Exportleistung erstmals übertroffen hat", kommentiert Pollirer die Exportberatungsoffensive der Wirtschaftskammer und weist darauf hin, dass "1 Euro im Planungs-und Beratungsexport 7 Euro Wertschöpfung im produzierenden Sektor nach sich zieht".

Die erfreulichen Umsatzzuwächse haben auch ein Beschäftigtenplus von 3,4 Prozent ermöglicht. Insgesamt sichern die mehr als 100.000 Mitgliedsunternehmungen der Sparte Information und Consulting 176.000 Arbeitsplätze. Pollirer verweist zusätzlich auf die rund 36.000 Ein-Personen-Unternehmungen, die sich "ihren Arbeitsplatz quasi selbst sichern".

Die aktuelle Auftragslage für 2007 wird von den Betrieben mit "gut" beurteilt, wobei für das 1. Halbjahr 2007 ein Umsatzplus von rund 4,5 Prozent erwartet wird. Daraus resultiert auch eine prognostizierte Zunahme des Beschäftigtenstandes um 2,3 Prozent für 2007.

"Positive wirtschaftliche Kennzahlen des vergangenen Jahres dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die IKT-Branchen massive Probleme mit so manchen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben", so Pollirer. Die wirtschaftsfeindliche Werbeabgabe ist trotz zahlreicher politischer Zusagen vor der Wahl noch immer nicht abgeschafft worden.

Der nächste Kostenschub für die Internet- und Telefonie-Unternehmungen liegt mit dem Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Datenspeicherung bereits auf dem Tisch. Pollirer dazu: "Keiner wehrt sich gegen notwendige Maßnahmen zur Terrorbekämpfung, diese Maßnahmen müssen aber praxisgerecht sein, wobei der Staat seine Verantwortung und vor allem die Kosten nicht auf die Unternehmungen -und damit letztlich auch auf die Konsumenten - abschieben darf. Sechs Monate sind mehr als genug", mit diesen Worten sprach sich der Bundesspartenobmann vehement gegen eine geforderte längere Verpflichtung zur sogenannten Vorratsdatenspeicherung aus. (JR)

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