APA-OTS Politikportalanalyse: Von Freistaat zu Freistaat

Innsbruck / Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (18. bis 24. Mai 2007) belegt der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider den ersten Platz, gefolgt von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auf Rang zwei. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein steigt neu auf Platz drei ein.

Jörg Haider verzeichnet diese Woche die meisten seiner 739 Nennungen zum Verkauf der Kärntner Landesbank Hypo Alpe-Adria an die Bayrische Landesbank. Diese hatte angekündigt, 50 Prozent plus eine Aktie an der Hypo Group Alpe Adria erwerben zu wollen. Bereits vier Tage nach dem Angebot wurde der Deal unterzeichnet: Die Bayrische LB wird für den Kaufpreis von 1,63 Milliarden Euro etwa 21 Prozent der Landesanteile an der Hypo erweben. Haider zeigte sich erfreut: "Das bayrische Angebot ist kulturell zutiefst sympathisch. Quasi Freistaat zu Freistaat."
Weiters konnte sich der Landeshauptmann gemeinsam mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (482 Nennungen) zur Ortstafel-Frage in den Medien positionieren. Gusenbauer hatte bei einem Besuch in Slowenien angekündigt, dass im Streit um die zweisprachigen Kärntner Ortstafeln eine Lösung in zwei Monaten (Mitte Juli) "nicht ausgeschlossen" sei. Am Mittwoch trafen sich Haider und Gusenbauer zu einem Gespräch in Wien, das aber keine konkreten Ergebnisse brachte. Haider hält an seiner Forderung einer Minderheitenzählung fest; laut Gusenbauer zählt dieser Vorschlag aber zu den "weniger sinnvollen". Im Vorfeld der Gespräche ließ der Kanzler außerdem ausrichten, es solle sich "niemand einbilden, dass er ein Veto-Recht hat".
Der Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin beschert sowohl Bundeskanzler Gusenbauer als auch Bundespräsident Heinz Fischer (Neueinstieg auf Rang vier mit 232 Nennungen) große mediale Präsenz. Beide hatten angekündigt, bei dem knapp 24 Stunden dauernden Besuch die Einhaltung der Menschenrechte und den Umgang mit Oppositionskritikern in Russland anzusprechen. Putin erwiderte darauf, Russland dürfe die Menschenrechtskritik nicht ignorieren, diese Frage müsse aber in "wohlwollender Weise" behandelt werden. Fischer bezeichnete das Gespräch mit dem russischen Präsidenten als "offen, ehrlich und fair"; Gusenbauer meinte, die wirtschaftlichen Beziehungen hätten eine "neue Dimension" erreicht.
Zum Thema Eurofighter treten sowohl Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (Rang drei, 244 Nennungen) als auch Verteidigungsminister Norbert Darabos (Rang fünf, 217 Nennungen) medial in Erscheinung. Die US-Regierung hatte erklärt, die Lizenzen für die Jets seien nun freigegeben, von Seiten des Verteidigungsministers hieß es allerdings, die Lizenzen wären "unvollständig", daher könnte auch kein Flugzeug in Österreich landen. Der Eurofighter-Untersuchungsausschuss beschäftigte sich diese Woche vor allem mit den Gegengeschäften, die die Eurofighter GmbH laut Vertrag vermitteln muss. Die Motorteilfirma Plank hatte von den aus dem Wirtschaftsministerium angegebenen 35 Millionen an Gegengeschäften nur 5,3 Millionen bestätigt. Der für die Anerkennung zuständige Minister Bartenstein verlangte Aufklärung. Bartenstein forderte Darabos außerdem auf, die Namen von Firmen zu nennen, die sich nach Aussagen des Verteidigungsministers darüber beschwert hatten, auf der Liste des Wirtschaftsministeriums mit Eurofighter-Gegengeschäften zu stehen.

Weitere Neueinstiege in dieser Woche in das Top-30 Politikerranking unter anderen: Josef Martinz, ÖVP (Rang neun, 129 Nennungen), Gabriele Burgstaller, SPÖ (Rang 13, 100 Nennungen) und Reinhold Mitterlehner, ÖVP (Rang 16, 96 Nennungen).

Die ÖVP positioniert sich in dieser Woche mit 14 PolitikerInnen im Ranking, die SPÖ folgt mit elf VertreterInnen. BZÖ und Grüne nehmen je eine Position ein. Außerdem im Ranking vertreten: Bundespräsident Heinz Fischer, Rudolf Hundstorfer (ÖGB) und Christoph Leitl (WKÖ).

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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