Rotkreuz-Konferenz in Istanbul: Migration ist das Hauptthema der Zukunft

"Humanitäre Herausforderung und politische Aufforderung"

Istanbul (Rotes Kreuz) - Bei der internationalen Konferenz der europäischen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in Istanbul haben die 300 Delegierten die Themen Gesundheit und Migration als Schwerpunkte der Arbeit für die nächsten Jahre festgelegt.

"Und wir haben unisono eines ganz klar festgehalten: das Rote Kreuz wird sich massiv dafür einsetzen, dass die Rechte der Migranten anerkannt werden", erklärt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

Die Zahl der Migranten hat sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Weltweit haben rund 200 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen -oftmals durch Krieg oder kriegsähnliche Situationen.

"Es ist nicht nur eine humanitäre Herausforderung für das Rote Kreuz, sondern vielmehr auch eine Aufforderung an die politisch Verantwortlichen in Europa, hier entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen", so Wolfgang Kopetzky. "Auch in Österreich könnten schon jetzt entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden."
Kopetzky bezieht sich dabei auch auf die heutige Aussendung des UNHCR.

"Eine Gleichstellung von subsidiär Schutzberechtigten mit anerkannten Flüchtlingen ist schon längst fällig. Das heißt eine entsprechende Status-Zuerkennung, so wie bei anerkannten Flüchtlingen im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention.
Es geht aber auch um das Thema der Diskriminierung - hier wollen wir innerhalb Europas durch eine entsprechende Kampagne gegensteuern.
In Österreich selbst müssen wir uns auch intensiv mit der Legalisierung jener Arbeitskräfte auseinandersetzen, die sich schon legal im Land aufhalten, die aber aufgrund diverser rechtlicher Konstellationen nicht arbeiten dürfen. Dabei ist das doch der erste Schritt zur Armutsbekämpfung und damit der erste Schritt in die gelungene Integration. Diese Leute sind da und werden auch da bleiben. Ich bin mir sicher, dass in der Frage der Integration von Flüchtlingen ein mehr an Weitsichtigkeit rasch gute Ergebnisse bringen würden", erklärt der Generalsekretär des Roten Kreuzes.

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