AK Untersuchung: Gewinne der ATX Unternehmen steigen, Arbeitnehmer haben davon aber wenig

27 Prozent höhere Gewinne, 33 Prozent mehr Dividenden, 17 Prozent höhere Gagen für die Vorstände ABER ein Prozent weniger Personalaufwand

Wien (OTS) - Auch nach den Rekordgewinnen der vergangenen Jahre stiegen die Gewinne der ATX Unternehmen kräftig - davon profitieren Vorstände und Aktionäre der Unternehmen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben wenig davon. Das zeigt eine aktuelle AK Untersuchung aller ATX Unternehmen auf Basis der veröffentlichten Geschäftsberichte 2006. Dem Gewinnplus von 27 Prozent und den um 17 Prozent gestiegenen Vorstandsgagen steht nämlich nicht nur ein Rückgang des effektiven Steuersatzes um zwei Prozentpunkte gegenüber. Auch beim Personalaufwand pro Kopf gibt’s ein Minus von einem Prozent gegenüber 2006. Folge: Der Vorstand eines ATX Unternehmens verdiente im Vorjahr das 26 fache seiner eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und auch der effektive Steuersatz der Unternehmen ist zurückgegangen: Um zwei Prozentpunkte gegenüber 2005. "Die Entwicklung der vergangenen Jahre setzt sich fort", sagt AK Direktor Werner Muhm, "die Gewinne steigen, die Dividenden und Vorstandsgagen steigen aber die Arbeitnehmer haben nichts davon. Und trotz Rekordgewinnen zahlen die Unternehmen relativ immer weniger Steuern und die Steuerlast der Arbeitnehmer steigt. Wir wollen, dass auch die Arbeitnehmer ihren fairen Anteil am Erfolg bekommen."

Insgesamt beschäftigen die ATX Unternehmen konzernweit 290.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zum Zeitpunkt der Auswertung sind folgende Unternehmen im ATX notiert: A-tec Industries, Andritz, BWIN, Böhler-Uddeholm, Erste Bank, EVN, Flughafen Wien, Intercell, Mayer-Melnhof Karton, Österreichische Post, OMV, Raiffeisen International, RHI, Telekom Austria, UNIQA, Verbund, Voest Alpine, Wr. Städtische, Wienerberger und Zumtobel. Die Voest Alpine ist aufgrund des abweichenden Wirtschaftsjahres in der Auswertung der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien nicht inkludiert.

Die Ergebnisse der Untersuchung im Detail
+ Nach dem Rekordjahr 2005 erhöhten sich die Ergebnisse vor Steuern der ATX Unternehmen 2006 im Schnitt um 27 Prozent. Insgesamt weisen diese Unternehmen 8,3 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern aus.

+ Insgesamt wurden von den ATX Unternehmen 1,8 Milliarden Euro als Dividende geplant. Das ist ein Plus von 33 Prozent.

+ Der durchschnittliche Steuersatz (in Prozent des EGT) ist 2006 um zwei Prozentpunkte von 23,09 auf 21,09 Prozent zurückgegangen.

+ Die Vorstandsgagen pro Kopf sind 2006 um 17 Prozent auf 1.131.635 Euro gestiegen.

+ Der Anstieg der Beschäftigten um elf Prozent ist hauptsächlich auf Zukäufe im Ausland zurückzuführen, wie zum Beispiel A-TEC Industries in Tschechien und Deutschland (plus 30 Prozent); EVN in Bulgarien und Mazedonien (plus 50 Prozent), Raiffeisen International in Russland und Tschechien (plus 72 Prozent). Ein Rückgang der MitarbeiterInnen ist bei der Österreichischen Post (minus drei Prozent in Österreich) und bei der OMV in Rumänien (minus 19 Prozent) festzustellen.

+ Der Personalaufwand pro Kopf der ATX Unternehmen ist im Schnitt um ein Prozent zurückgegangen. Ein Grund für diesen Rückgang ist der stärkere Zuwachs an MitarbeiterInnen in Ländern mit niedrigerem Lohnniveau als in Österreich.

Hinweis: Die Untersuchung zum Download finden Sie auf http://wien.arbeiterkammer.at

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