Sounding Jerusalem Kammermusikfestival zu Gast im Hohen Haus Prammer: Beispielhaftes Kultur- und Friedensprojekt

Wien (PK) - Das Abgeordneten-Sprechzimmer des Hohen Hauses verwandelte sich Dienstag Abend in einen Konzertsaal:
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer präsentierte das "Sounding Jerusalem Kammermusikfestival 2007" im Parlament und begrüßte neben den auftretenden Musikern zahlreiche prominente Gäste aus dem In- und Ausland. Das von Österreich mitfinanzierte Kammermusikfestival findet heuer bereits zum zweiten Mal vom 22. Juni bis 7. Juli 2007 in Jerusalem statt. Es wurde vom Cellisten Erich Oskar Huetter als eine offene Begegnungsplattform initiiert, um durch den interkulturellen Dialog einen Beitrag zur besseren Völkerverständigung zu leisten.

Die Präsidentin des Nationalrats, Barbara Prammer, sprach von einem beispielgebenden Projekt im Nahen Osten, das palästinensische, israelische und europäische junge Menschen auf kreative und künstlerische Weise vereine. Aus politischer Sicht unterstütze sie die Bemühungen der EU, eine aktivere Rolle im Rahmen des Nahost-Quartetts zu spielen. Letztendlich gehe es bei den Verhandlungen darum, einen unabhängigen und lebensfähigen palästinensischen Staat zu schaffen, der friedlich Seite an Seite mit Israel und seinen Nachbarstaaten bestehen könne. Gerade in einer Region, in der seit vielen Jahren ein erbitterter Konflikt herrsche, sei nicht nur die Politik, sondern auch die Zivilgesellschaft aufgerufen, der Hoffnungslosigkeit der Menschen entgegenzuwirken. Es wäre zu hoffen, dass noch viel mehr derartige kleine Plattformen der Begegnung entstehen, meinte Prammer, denn damit wäre dem Frieden in der Region sehr gedient.

Erich Oskar Huetter, Direktor des "Sounding Jerusalem-Festivals", hatte ursprünglich die Idee, ein musikalisches Event für das multikulturell bevölkerte Ost-Jerusalem ins Leben zu rufen. Er wies darauf hin, dass der historische Kern Jerusalems - nach dem großen und erstmaligen Erfolg im letzten Jahr - auch heuer wieder für den Zeitraum von zwei Wochen intensiv durch über 20 Konzerte mit renommierten Künstlern belebt werde. Die Konzerte finden bei freiem Eintritt hauptsächlich in Ost-Jerusalem, aber auch in West-Jerusalem, Ramallah, Bethlehem, Jericho und Jenin statt, um wirklich allen Menschen den Zugang zu dieser künstlerischen Plattform zu ermöglichen. In erster Linie treten die Musiker nicht in konventionellen Konzertsälen, sondern größtenteils an für Musikveranstaltungen bisher unentdeckten, faszinierenden Schauplätzen auf, z.B. in den uralten Privatgemächern des Armenischen Patriarchen, dem malerischen Blumenhof der Erlöserkirche, in einem Freilufttheater auf dem Ölberg und im Kaisersalon des Österreichischen Hospizes. Talentierte junge palästinensische Musiker, denen ihr soziales Umfeld nur selten die Teilnahme an Meisterkursen und hochwertigen musikalischen Veranstaltungen erlaube, sowie israelische und europäische Musikstudenten erhalten dadurch die Möglichkeit, gemeinsam mit den Festivalkünstlern zu arbeiten.

Die Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen unterstütze von Anfang an diese Veranstaltung, erklärte deren Generalsekretär Fritz Edlinger. Dieses künstlerische Projekt im Herzen Jerusalems, dem Kreuzungspunkt der drei großen monotheistischen Weltreligionen, war schon im letzten Jahr ein großer Erfolg und sei ein wichtiger Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der einzelnen Völker in dieser Region. An der Veranstaltung nahm auch Markus Bugnyar, der Rektor des Österreichischen Hospizes in Jerusalem, teil, der sein Haus seit 2004 für derartige kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung stellt.

Den musikalischen Rahmen bildeten Christian Altenburger (Violine), Reinhard Latzko (Violoncello), die Zoltan Kodálys "Aus dem Duo für Violine und Violoncello Op.7" spielten; der Tenor Alexander Kaimbacher sang, begleitet von Volker Kempf an der Harfe, das Palästinalied nach einem Text von Walther von der Vogelweide, Erich Zeisls Mondbilder nach Gedichten von Christian Morgenstern sowie Maurice Ravels Chanson Hébraique. Beendet wurden die musikalischen Darbietungen durch das Hyperion Ensemble, das aus dem Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli von Erwin Schulhoff spielte.

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie - etwas zeitverzögert - auf der Website des Parlaments im
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