- 22.05.2007, 20:09:51
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Sounding Jerusalem Kammermusikfestival zu Gast im Hohen Haus Prammer: Beispielhaftes Kultur- und Friedensprojekt
Wien (PK) - Das Abgeordneten-Sprechzimmer des Hohen Hauses
verwandelte sich Dienstag Abend in einen Konzertsaal:
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer präsentierte das "Sounding
Jerusalem Kammermusikfestival 2007" im Parlament und begrüßte neben
den auftretenden Musikern zahlreiche prominente Gäste aus dem In- und
Ausland. Das von Österreich mitfinanzierte Kammermusikfestival findet
heuer bereits zum zweiten Mal vom 22. Juni bis 7. Juli 2007 in
Jerusalem statt. Es wurde vom Cellisten Erich Oskar Huetter als eine
offene Begegnungsplattform initiiert, um durch den interkulturellen
Dialog einen Beitrag zur besseren Völkerverständigung zu leisten.
Die Präsidentin des Nationalrats, Barbara Prammer, sprach von einem
beispielgebenden Projekt im Nahen Osten, das palästinensische,
israelische und europäische junge Menschen auf kreative und
künstlerische Weise vereine. Aus politischer Sicht unterstütze sie
die Bemühungen der EU, eine aktivere Rolle im Rahmen des Nahost-
Quartetts zu spielen. Letztendlich gehe es bei den Verhandlungen
darum, einen unabhängigen und lebensfähigen palästinensischen Staat
zu schaffen, der friedlich Seite an Seite mit Israel und seinen
Nachbarstaaten bestehen könne. Gerade in einer Region, in der seit
vielen Jahren ein erbitterter Konflikt herrsche, sei nicht nur die
Politik, sondern auch die Zivilgesellschaft aufgerufen, der
Hoffnungslosigkeit der Menschen entgegenzuwirken. Es wäre zu hoffen,
dass noch viel mehr derartige kleine Plattformen der Begegnung
entstehen, meinte Prammer, denn damit wäre dem Frieden in der Region
sehr gedient.
Erich Oskar Huetter, Direktor des "Sounding Jerusalem-Festivals",
hatte ursprünglich die Idee, ein musikalisches Event für das
multikulturell bevölkerte Ost-Jerusalem ins Leben zu rufen. Er wies
darauf hin, dass der historische Kern Jerusalems - nach dem großen
und erstmaligen Erfolg im letzten Jahr - auch heuer wieder für den
Zeitraum von zwei Wochen intensiv durch über 20 Konzerte mit
renommierten Künstlern belebt werde. Die Konzerte finden bei freiem
Eintritt hauptsächlich in Ost-Jerusalem, aber auch in West-Jerusalem,
Ramallah, Bethlehem, Jericho und Jenin statt, um wirklich allen
Menschen den Zugang zu dieser künstlerischen Plattform zu
ermöglichen. In erster Linie treten die Musiker nicht in
konventionellen Konzertsälen, sondern größtenteils an für
Musikveranstaltungen bisher unentdeckten, faszinierenden Schauplätzen
auf, z.B. in den uralten Privatgemächern des Armenischen Patriarchen,
dem malerischen Blumenhof der Erlöserkirche, in einem Freilufttheater
auf dem Ölberg und im Kaisersalon des Österreichischen Hospizes.
Talentierte junge palästinensische Musiker, denen ihr soziales Umfeld
nur selten die Teilnahme an Meisterkursen und hochwertigen
musikalischen Veranstaltungen erlaube, sowie israelische und
europäische Musikstudenten erhalten dadurch die Möglichkeit,
gemeinsam mit den Festivalkünstlern zu arbeiten.
Die Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen unterstütze
von Anfang an diese Veranstaltung, erklärte deren Generalsekretär
Fritz Edlinger. Dieses künstlerische Projekt im Herzen Jerusalems,
dem Kreuzungspunkt der drei großen monotheistischen Weltreligionen,
war schon im letzten Jahr ein großer Erfolg und sei ein wichtiger
Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der einzelnen Völker in dieser
Region. An der Veranstaltung nahm auch Markus Bugnyar, der Rektor des
Österreichischen Hospizes in Jerusalem, teil, der sein Haus seit 2004
für derartige kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung stellt.
Den musikalischen Rahmen bildeten Christian Altenburger (Violine),
Reinhard Latzko (Violoncello), die Zoltan Kodálys "Aus dem Duo für
Violine und Violoncello Op.7" spielten; der Tenor Alexander
Kaimbacher sang, begleitet von Volker Kempf an der Harfe, das
Palästinalied nach einem Text von Walther von der Vogelweide, Erich
Zeisls Mondbilder nach Gedichten von Christian Morgenstern sowie
Maurice Ravels Chanson Hébraique. Beendet wurden die musikalischen
Darbietungen durch das Hyperion Ensemble, das aus dem Sextett für
zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli von Erwin Schulhoff
spielte.
HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie - etwas
zeitverzögert - auf der Website des Parlaments im
http://www.parlament.gv.at/pls/portal/url/PAGE/SK/FOTOALBUM/:
http://www.parlament.gv.at
(Schluss)
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