Hradecsni: ÖBB-Chef Huber will Thayatalbahn den Todesstoß versetzen

Grüne fordern: Niederösterreich muss sich um andere Betreiber kümmern

St. Pölten (Grüne) - "Jetzt lässt ÖBB-Chef Huber endlich die Katze aus dem Sack! Er spricht sich definitiv gegen eine Revitalisierung der Thayatalbahn auf österreichischer Seite aus. Das ist ein gnadenloser Todesstoß für die Region", kritisiert die Konsumentenschutzsprecherin der Grünen, NRAbg. Bettina Hradecsni, aktuelle Aussagen Hubers gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

"Dass die ÖBB stattdessen eine Buslösung für die grenzüberschreitende Landesausstellung 2009 ankündigen, ist kein Ersatz für die Thayatalbahn, denn der Güterverkehr wird wohl kaum mit dem Bus fahren. Wenn die ÖBB nicht bereit ist, die Regionalbahn zu führen, soll sich das Land schleunigst um andere Betreiber kümmern, Interessenten gab es bereits", fordert Hradecsni. Auf tschechischer Seite seien die Mittel für die Reaktivierung bereitgestellt, das Aus für die Thayatalbahn auf österreichischer Seite nach zahlreichen rot-schwarzen Bekenntnissen und Fototerminen wäre eine Peinlichkeit sondergleichen. "Eine Entscheidung gegen die Schiene wäre eine Entscheidung gegen den Klimaschutz und gegen die regionale Entwicklung in Niederösterreich", so Hradecsni.

Nun müsse der zuständige Landesverkehrsreferent LH Pröll sich endlich ernsthaft um die Thayatalbahn als klimafreundliche Lösung zu Gunsten der Waldviertler Bevölkerung und Unternehmen kümmern. "Wenn die ÖBB die Thayatalbahn zusperren wollen, dann muss das Land eben einen anderen Betreiber suchen. Pröll als Zahler hat es in der Hand, ob er sich erpressen lässt und auf ÖBB-Zuruf die Billiglösung Bus mitfinanziert oder ob er eine nachhaltige Lösung auf der Schiene durchsetzt." Hradecsni übt aber auch an SPÖ-Verkehrsminister Faymann Kritik: "ÖBB-Chef Huber kann noch so oft beweisen, dass es ihm nicht um die Bahn, sondern ums Immobilienverscherbeln und Kaputtsparen geht - Faymann stärkt ihm den Rücken. Statt Männerfreundschaft ist aber Verkehrspolitik mit Klima-Weitblick gefragt. Verkehrsminister Faymann muss sich endlich gegen den neoliberalen Manager Huber durchsetzen", verlangt Hradecsni

Dutzende Beispiele aus der Schweiz, Deutschland aber auch Österreich zeigen, dass gut geführte attraktive Regionalbahnen Fahrgäste anziehen. "Die Behauptung des ÖBB-Chefs, dass die eingesetzten Busse wesentlich komfortabler seien als die Bahn, zeigt eindeutig, dass Huber weder das eine noch das andere Verkehrsmittel in letzter Zeit genutzt hat - und dass ihm der Güterverkehr egal ist", meint Hradecsni abschließend.

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