Kalliauer: Arbeitnehmereinkommen müssen endlich wieder steigen!

7. Vollversammlung der XIII. Funktionsperiode

Linz (OTS) - In seiner Rede vor der Vollversammlung der AK Oberösterreich nannte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die größten Herausforderungen für die Politik in Österreich: die Einkommens- und Steuergerechtigkeit, bessere Arbeitsmarktchancen für Berufseinsteiger/-innen und Ältere sowie die Gleichstellung der Frauen.

Das derzeitige Wirtschaftswachstum von drei Prozent wurde von den meisten Wirtschaftsforschern/-innen noch vor eineinhalb Jahren für unmöglich gehalten, weil in Österreich die Arbeit zu teuer und die Flexibilität zu gering sei. "Die Tatsachen sehen freilich anders aus", stellt AK-Präsident Dr. Kalliauer fest: Österreichs reale Arbeitszeiten sind die längsten Europas und die Arbeitskosten sind im Vergleich zu denen der Handelspartner seit 1995 um 20 Prozent gesunken. Die Einkommensverteilung wird immer ungerechter, die Armut nimmt zu.

"Die Beschäftigten müssen endlich den ihnen zustehenden Anteil am wirtschaftlichen Erfolg bekommen!", fordert der AK-Präsident. "Dass die Arbeitnehmereinkommen spürbar steigen, ist auch Voraussetzung für das Anhalten des wirtschaftlichen Aufschwungs. Denn die Nachfrage im Inland bleibt hinter dem Exportwachstum weit zurück."

Kalliauer weist auf die neuen Werte des AK-Arbeitsklima-Index hin, die nächste Woche präsentiert werden: Danach merken die Arbeitnehmer/-in-nen sehr deutlich, dass für sie vom wachsenden Wohlstand wenig oder gar nichts übrig bleibt.

In diesem Zusammenhang verlangt der AK-Präsident auch ein gerechteres Steuersystem: "Die kleinen und mittleren Einkommen sind jetzt und nicht erst 2009 zu entlasten! Das lässt sich leicht finanzieren, wenn untragbare Privilegien für Multis und Reiche abgeschafft werden. Die faktische Steuerfreiheit durch Privatstiftungen ist so ein Privileg."

Trotz der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt warnt Kalliauer vor einem Ignorieren der Probleme: So ist der Einstieg ins Berufsleben jedes Jahr für Tausende Jugendliche eine Zitterpartie. Auch Männer ab 45 und Frauen ab 40 finden nur sehr schwer einen Arbeitsplatz. "Die Unternehmen fordern zwar auf Plakaten ´Frauen in die Technik!`, ermöglichen das in der Praxis aber nur selten", kritisiert der AK-Präsident.

Die AK Oberösterreich bietet ihren weiblichen Mitgliedern neuerdings Rechtsschutz in Gleichstellungsfragen an. Sie gibt aber auch selbst ein gutes Beispiel: Der AK-Vorstand hat beschlossen, künftig die Hälfte der freiwerdenden Führungspositionen mit Frauen zu besetzen.

Das Verhältnis der Arbeiterkammer zur Bundesregierung folgt einer klaren Linie: "Wir beurteilen sie wie alle bisherigen Regierungen danach, was sie für die Beschäftigten tut", betont Kalliauer. "Das Regierungsprogramm enthält positive Vorhaben, ist aber angesichts der sozialen Probleme von hunderttausenden Menschen insgesamt nicht befriedigend."

Bei Konflikten in der Arbeitswelt können sich die AK-Mitglieder auf ihre Vertretung verlassen: Laut AK-Präsident Kalliauer wurde 2006 in 320.000 Fällen beraten, in 17.000 Fällen vertreten und wurden Nachzahlungen in Höhe von 82 Millionen Euro durchgesetzt.

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