- 22.05.2007, 12:51:10
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Kalliauer: Arbeitnehmereinkommen müssen endlich wieder steigen!
7. Vollversammlung der XIII. Funktionsperiode
Linz (OTS) - In seiner Rede vor der Vollversammlung der AK
Oberösterreich nannte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die größten
Herausforderungen für die Politik in Österreich: die Einkommens- und
Steuergerechtigkeit, bessere Arbeitsmarktchancen für
Berufseinsteiger/-innen und Ältere sowie die Gleichstellung der
Frauen.
Das derzeitige Wirtschaftswachstum von drei Prozent wurde von den
meisten Wirtschaftsforschern/-innen noch vor eineinhalb Jahren für
unmöglich gehalten, weil in Österreich die Arbeit zu teuer und die
Flexibilität zu gering sei. "Die Tatsachen sehen freilich anders
aus", stellt AK-Präsident Dr. Kalliauer fest: Österreichs reale
Arbeitszeiten sind die längsten Europas und die Arbeitskosten sind im
Vergleich zu denen der Handelspartner seit 1995 um 20 Prozent
gesunken. Die Einkommensverteilung wird immer ungerechter, die Armut
nimmt zu.
"Die Beschäftigten müssen endlich den ihnen zustehenden Anteil am
wirtschaftlichen Erfolg bekommen!", fordert der AK-Präsident. "Dass
die Arbeitnehmereinkommen spürbar steigen, ist auch Voraussetzung für
das Anhalten des wirtschaftlichen Aufschwungs. Denn die Nachfrage im
Inland bleibt hinter dem Exportwachstum weit zurück."
Kalliauer weist auf die neuen Werte des AK-Arbeitsklima-Index hin,
die nächste Woche präsentiert werden: Danach merken die
Arbeitnehmer/-in-nen sehr deutlich, dass für sie vom wachsenden
Wohlstand wenig oder gar nichts übrig bleibt.
In diesem Zusammenhang verlangt der AK-Präsident auch ein
gerechteres Steuersystem: "Die kleinen und mittleren Einkommen sind
jetzt und nicht erst 2009 zu entlasten! Das lässt sich leicht
finanzieren, wenn untragbare Privilegien für Multis und Reiche
abgeschafft werden. Die faktische Steuerfreiheit durch
Privatstiftungen ist so ein Privileg."
Trotz der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt warnt Kalliauer
vor einem Ignorieren der Probleme: So ist der Einstieg ins
Berufsleben jedes Jahr für Tausende Jugendliche eine Zitterpartie.
Auch Männer ab 45 und Frauen ab 40 finden nur sehr schwer einen
Arbeitsplatz. "Die Unternehmen fordern zwar auf Plakaten ´Frauen in
die Technik!`, ermöglichen das in der Praxis aber nur selten",
kritisiert der AK-Präsident.
Die AK Oberösterreich bietet ihren weiblichen Mitgliedern
neuerdings Rechtsschutz in Gleichstellungsfragen an. Sie gibt aber
auch selbst ein gutes Beispiel: Der AK-Vorstand hat beschlossen,
künftig die Hälfte der freiwerdenden Führungspositionen mit Frauen zu
besetzen.
Das Verhältnis der Arbeiterkammer zur Bundesregierung folgt einer
klaren Linie: "Wir beurteilen sie wie alle bisherigen Regierungen
danach, was sie für die Beschäftigten tut", betont Kalliauer. "Das
Regierungsprogramm enthält positive Vorhaben, ist aber angesichts der
sozialen Probleme von hunderttausenden Menschen insgesamt nicht
befriedigend."
Bei Konflikten in der Arbeitswelt können sich die AK-Mitglieder
auf ihre Vertretung verlassen: Laut AK-Präsident Kalliauer wurde 2006
in 320.000 Fällen beraten, in 17.000 Fällen vertreten und wurden
Nachzahlungen in Höhe von 82 Millionen Euro durchgesetzt.
Kontakt: Dr. Robert Eiter, Tel. 050/6906-2188
E-Mail: robert.eiter@akooe.at
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:presse@ak-ooe.at
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