Brauner/Jank: Mehr Geld für Wiener Sachgütererzeugung

WWFF-Förderaktion für Klein- und Mittelbetriebe im produzierenden Bereich - 2 Mill. Euro zur Modernisierung und zur Einführung von Innovationen

Wien (OTS) - "Wien ist nicht nur ein erstklassiger Technologie-
und Forschungsstandort, sondern auch ein ausgezeichneter Boden für Produktion und innovative Produktentwicklungen. Wir unterstützen deshalb diesen wichtigen Eckpfeiler der Wiener Wirtschaft ganz bewusst und setzen die im Jahr 2006 gestartete Förderoffensive für Wiener KMU aus dem produzierenden bzw. produktionsnahen Bereich weiter fort. Um diese Betriebe bei der Einführung neuer Produktionsverfahren, neuer Technologien oder neuer Produkte zu unterstützen, stellen wir im Jahr 2007 zwei Millionen Euro an zusätzlichen Fördermitteln bereit und helfen damit den Betrieben ihre Wettbewerbsfähigkeit auszubauen, erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner im Bürgermeister-Mediengespräch am Dienstag. Brauner stellte die Förderinitiative gemeinsam mit Wirtschaftskammer Wien Präsidentin KR Brigitte Jank sowie Bernd Rießland, Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) vor.

"Wenn der Wirtschaftsstandort Wien auch in Zukunft wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben will, brauchen wir die produzierenden Betriebe. Diese Förderinitiative ist daher die Umsetzung einer konkreten Forderung der Wiener Wirtschaftskammer, die Innovationsanreize für diese Unternehmen zu verstärken. Wir begrüßen und unterstützen ausdrücklich diese Innovationsförderung. Die Wiener Wirtschaftskammer fordert aber auch, dass diese Förderaktion wiederholt und erweitert werden soll, um makroökonomisch einen spürbaren Impuls zu geben, erklärte die Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, KomRat Brigitte Jank.

Sachgütererzeugung ist wichtiger Wirtschaftsfaktor - Investitionen in Maschinen, Know-how, Schulungen, Personal sind förderbar

Über 36.000 KMU gibt es in der Wiener gewerblichen Wirtschaft, sie stellen damit mehr als 99 Prozent der Arbeitgeberbetriebe und beschäftigen rund 320.000 Menschen. Knapp 10 Prozent dieser KMU (rund 4.000 Unternehmen) sind in der Sachgütererzeugung tätig. Diese Betriebe sorgen für 56 Prozent der Wiener Exportumsätze und sind darüber hinaus ein bedeutender Kundenkreis für den kräftig wachsenden Dienstleistungssektor in der Wiener Wirtschaft.

"Wir wissen, dass es für diese Unternehmen, nicht immer einfach ist, in die Modernisierung des Betriebes zu investieren. Genau hier setzen wir mit der Förderaktion den Hebel an, und helfen bei der Finanzierung großer Investitionen. Gefördert werden zum Beispiel Aufwendungen für neue Maschinen und Produktionsanlagen, bauliche Investitionen, der Erwerb von Patenten und Know-how, Beratungskosten, Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie Personalkosten im Zusammenhang mit Investitionen", so Brauner weiter.

Zur Sachgütererzeugung gehören unter anderem Hersteller von Nahrungs-, Genuss- und Lebensmitteln, Hersteller von Bekleidung, Druckereien, Betriebe aus dem Verlagswesen, Hersteller von Chemikalien, Unternehmen aus der Metallerzeugung und -bearbeitung, Maschinenbauer, Hersteller von Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräten, Elektrotechnik, Feinmechanik oder Optik, Fahrzeugbauer oder auch Hersteller von Möbeln, Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten oder Spielwaren. Die vollständige Liste mit den für die Förderaktion relevanten Branchencodes (DA 15 bis DN 37) ist unter www.statistik.at/oenace/download.shtml einzusehen.

Bis zu 70.000 Euro Förderung pro Projekt - Auch Start-Up-Betriebe in der Sachgütererzeugung werden gefördert

Die maximal mögliche Fördersumme je Projekt liegt bei 70.000 Euro, wobei nur Projekte ab einem Investitionsvolumen von 15.000 Euro gefördert werden können. Die Förderungen werden nach dem Wettbewerbsprinzip vergeben, was eine höchstmögliche Qualität der Projekte garantiert. Zusätzlich zur Förderung gibt es je nach Einreichklasse für die besten drei Projekte Preisgelder in der Höhe von 5.000, 2.500 und 1.000 Euro. Die eingereichten Projekte werden von GutachterInnen und ExpertInnen des WWFF und der Wirtschaftskammer Wien gesichtet und bewertet.

Mit der neuen WWFF-Förderaktion werden gezielt Wiener Klein- und Mittelbetriebe aus der Sachgütererzeugung mit maximal 249 Beschäftigten unterstützt. Auch Unternehmen in Gründung mit geplantem Schwerpunkt in der Sachgütererzeugung können an der Förderaktion teilnehmen. Von den zwei Millionen Euro sind 400.000 Euro Fördermittel speziell für diese Start-Up-Betriebe aus der Sachgütererzeugung reserviert. Eine Million Euro gibt es für die Klein- und Kleinstbetriebe in der Sachgütererzeugung, sowie 600.000 Euro für die Mittelbetriebe in der Sachgüterindustrie.

Förderaktion startet mit 4. Juni und läuft bis 28. September 2007

Ab dem 4. Juni bis zum 28. September 2007 können die Wiener KMU aus der Sachgütererzeugung ihre Projekte online einreichen und zwar im Internet unter www.wwff.gv.at/cockpit/ . Detaillierte Informationen erhalten Unternehmen bei der WWFF-Mitarbeiterin Gabi Strobl unter der Telefonnummer +43 1 4000 86 774 bzw. via E-Mail ( strobl@wwff.gv.at ).

"Die Förderaktionen des WWFF sind wichtige Impulsgeber für die Umsetzung von betrieblichen Innovationen und Wachstumsschritten, denn häufig fehlt KMU - insbesondere Kleinbetrieben - die notwendige Eigenkapitalausstattung, um solche Schritte zu setzen. Die Zuschüsse aus den WWFF-Förderprogrammen helfen dabei, diese auf einer finanziell sicheren Basis zu realisieren", erklärte DI Dr. Bernd Rießland, Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds.

Bereits 2006 hat WWFF 109 Projekte von Wiener Kleinbetrieben im Produktionsbereich mit 8,2 Mio. Euro gefördert: 300 neue Arbeitsplätze

Die Förderoffensive für Unternehmen im Produktions- bzw. produktionsnahen Bereich wurde bereits im Jahr 2006 vom WWFF gestartet und damals in Kooperation mit dem austria wirtschaftsservice abgewickelt. Genauso wie bei der aktuellen Förderaktion wurde die Umsetzung innovativer Projekte zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und für mehr Wachstum und Beschäftigung unterstützt. Der WWFF wickelte die Förderaktion für Kleinbetriebe mit maximal 49 Beschäftigten ab und konnte dabei 109 Vorhaben mit insgesamt 8,2 Millionen Euro unterstützen, die je zur Hälfte von der Stadt Wien und der austria wirtschaftsservice ausgeschüttet wurden. Insgesamt werden durch die Umsetzung der Projekte Gesamtinvestitionen von über 22 Mio. Euro ausgelöst. Rund 300 Arbeitsplätze entstehen durch die Realisierung der Projekte, die derzeit in Umsetzung sind, neu.

Von der Tischlerei zum Hightech-Sägeblatt hin zur Medizintechnik - Mit Fördermitteln des WWFF zum modernen Betrieb

Die Palette der geförderten Projekte ist thematisch breit gefächert und reicht vom Maschinenbau, über Softwareentwicklung, Forschung- und Entwicklung bis hin zur Lebensmittelindustrie und zum Metall verarbeitenden Gewerbe. Zu den im Jahr 2006 geförderten Unternehmen zählt beispielsweise eine traditionelle Tischlerei, die sich mit Hilfe einer innovativen Strategie zur Designtischlerei für individuelle Kundenwünsche weiterentwickeln konnte.

Ein anderes Beispiel ist ein medizintechnischer Betrieb, der die Fertigung von medizinischen Hochtechnologiegeräten ausbauen möchte und damit eine strategische Neuausrichtung anstrebt. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung und Produktion von Häusern im Bauset, wodurch kurzfristig und kostengünstig Unterkünfte in Krisengebieten, etwa nach Erdbeben, für Not leidende Menschen geschaffen werden können.

Bei einem anderen Vorhaben geht es um die Entwicklung von Hightech-Sägeblättern, die von internationalen Industrieunternehmen für die Bearbeitung von Ölfeldrohren oder Eisenbahnhochgeschwindigkeitsgleisen verwendet werden. Ein weiteres Unternehmen beschäftigte sich mit der Entwicklung eines Verfahrens zur seismischen Mikrozonierung. Damit soll die Erdbebengefährdung eng eingegrenzter Gebiete (z.B. Bauflächen) festgestellt werden können. Mit dem Projekt soll ein neuer Geschäftsbereich aufgebaut werden.

Zahlreiche weitere WWFF-Förderangebote für KMU: Von der Internationalisierungsförderung bis zur Infrastrukturerrichtung

Neben der aktuellen Förderaktion für KMU aus der Wiener Sachgütererzeugung hält der WWFF noch eine Vielzahl von weiteren Förderangeboten für die Wiener Klein- und Mittelbetriebe bereit.

So wurden zum Beispiel allein im Vorjahr 122 Wiener KMU mit über 1,5 Mio. Euro im Rahmen der Internationalisierungsförderung bei der Erschließung neuer Märkte und bei der Aufnahme internationaler Geschäftsbeziehungen unterstützt. Ein anderes Beispiel ist die Nahversorgungsaktion, bei der im Jahr 2006 195 Wiener Nahversorger mit fast 1,2 Mio. Euro unterstützt werden konnten.
Eine zweite ganz wichtige Unterstützungsmaßnahme des WWFF für KMU -neben umfangreichen Service- und Beratungsleistungen - ist die Schaffung und Bereitstellung von betrieblicher Infrastruktur in Form von modernen Immobilienprojekten für Betriebe und Forschungsunternehmen. Für Start-ups und Kleinstbetriebe stellt der WWFF derzeit vier Gründerzentren mit kostengünstigen Büroflächen bereit. Im Herbst wird ein weiteres Start-up-Zentrum in der Mariahilferstraße eröffnet.

Weiters bietet der WWFF für Klein- und Mittelbetriebe unter anderem im 5.500 Quadratmeter großen Bürohaus TECH21 moderne Büro-und Gewerbeflächen an. Rund 20 KMU finden dort optimale Voraussetzungen für betriebliches Wachstum. Mit dem Business & Research Center Höchstädtplatz gibt es seit 2005 ein vom WWFF errichtetes Technologiezentrum für Unternehmen mit dem Schwerpunkt Informations- und Kommunikationstechnologien. In Wien-Floridsdorf eröffnet Mitte 2008 das vom WWFF entwickelte ENERGYbase, eine Büro-und Gewerbeimmobilie im Passivhausstandard mit einer Nutzfläche von 7.500 Quadratmetern. Ab Herbst 2007 erweitert die WWFF-Tochter ZIT mit einem privaten Partner das MEDIA QUARTER MARX. 57 Mio. Euro werden dort im Ausmaß von 19.000 Quadratmetern Nutzfläche in die Errichtung von Studio-, Büro- und Produktionsflächen für die boomende Wiener Medienszene investiert. (Schluss) gaw/mu

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