PRÖLL: Bedeutung Artenvielfalt wieder ins Bewusstsein rufen

22. Mai ist Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

Wien (OTS) - "Biologische Vielfalt oder Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Die weltweite Zerstörung von Lebensräumen und Arten durch den Menschen schreitet trotz großer Bemühungen allerdings immer noch rasant voran. Bereits 2002 hat die internationale Staatengemeinschaft das Ziel 2010 beschlossen. Bis zum Jahr 2010 sollen dadurch die weltweiten Verluste der biologischen Vielfalt entscheidend reduziert werden. Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt hat für Österreich 2007 besondere Bedeutung. Österreichs Beitritt zum Artenschutzübereinkommen CITES jährt sich heuer zum 25. Mal. Dies ist Anlass sich besonders intensiv mit der Bedrohung der Artenvielfalt durch illegalen Handel auseinanderzusetzen. Neben diesen Themen ist mit dem Klimawandel allerdings eine neue Bedrohung hinzugekommen", so Umweltminister Josef Pröll heute anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt.

Der grenzüberschreitende, internationale Handel von CITES-gelisteten Tier- und Pflanzenarten zählt zu den lukrativsten Feldern der Wirtschaftskriminalität. Im Jahr 2002 schätzte UNEP (United Nations Environment Programme) die illegale Komponente des weltweiten Handels auf fünf bis acht Milliarden US Dollar, also in etwa auf gleicher Ebene wie der illegale Waffenschmuggel und der Drogenmarkt. Mittlerweile sind dem Artenschutzübereinkommen CITES, das 1975 in Kraft getreten ist, 171 Staaten beigetreten. Die internationale Staatengemeinschaft wird auch zukünftig gefordert sein, hier konsequent gegen diese Bedrohung der Artenvielfalt vorzugehen. Im Rahmen einer internationalen Artenschutzkonferenz im Juni in Den Haag sollen neue Weichen für den Schutz gefährdeter Arten gestellt werden.

Auch die diesjährige Woche des Waldes, die unter dem Motto "Wald ist mehrWert" steht, wird diesem Thema besondere Aufmerksamkeit schenken. Wälder sind Lebensraum für viele gefährdete Tiere und Pflanzen. "Mehr als die Hälfte der weltweiten Biodiversität ist in Waldökosystemen zu finden. Sie zählen zu den "hot spots" der biologischen Vielfalt", so der Minister weiter. "Durch den Klimawandel kommt es jedoch zu einer Bedrohung für die verschiedenen Arten im Wald und in weiterer Folge zu einer Wanderbewegung der Baumarten. Es bestehen erhebliche Schwierigkeiten für die Forstwirtschaft, sich an die ständig ändernden Bedingungen anzupassen. Notwendig sind Strategien, um die Folgen abzufedern und bei forstwirtschaftlichen Entscheidungen zu berücksichtigen."

Der Klimawandel stellt im Allgemeinen ein neues Bedrohungspotential für viele Arten dar. Eine Studie im Rahmen des IPCC - Intergovernmental Panel on Climate Change - prognostiziert ein erhöhtes Aussterberisiko bis zu 30 Prozent bei einer Änderung der mittleren Jahrestemperatur von bereits einem Grad Celsius. "Wir müssen diese Wanderbewegungen von Fauna und Flora genau beobachten; die Eindämmung des Klimawandels muss auch aus diesem Grund oberste Priorität haben", so Pröll.

Von den Vereinten Nationen wurde der 22. Mai zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt proklamiert. Ziel ist es, an diesem Tag Aufmerksamkeit und Bewusstsein über die Bedeutung der biologischen Vielfalt für das Wohlergehen der Menschen zu fördern und die Abhängigkeit von den natürlichen Ressourcen aufzuzeigen. "Das Lebensministerium nimmt den Tag der biologischen Vielfalt stets zum Anlass, um auf die Artenvielfalt in unserer nahen Umgebung aufmerksam zu machen. Im Sinne der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie wollen wir das Verständnis für die Natur fördern und auf den drohenden Verlust vieler vom Aussterben bedrohter Arten hinweisen", so Pröll abschließend.

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