Frauenberger: Instrumente im Gewaltschutz weiterentwickeln

Wien hat gut funktionierendes Opfer- und Gewaltschutznetz

Wien (OTS) - "Wien verfügt mit einem breiten Angebot an Soforthilfeeinrichtungen, Betreuung und Beratung über ein enggewobenes und tragfähiges Gewaltschutznetzwerk", so Frauenstadträtin Sandra Frauenberger heute bei der Eröffnung einer ExpertInnenenquote zum Thema "10 Jahre Gewaltschutzgesetz - Wiener Meilensteine im Gewaltschutz" im Wiener Museumsquartier. Dennoch sieht Frauenberger die Notwendigkeit, die Instrumente und Mechanismen im Gewaltschutz weiterzuentwickeln, Defizite zu kompensieren und neuen Herausforderungen anzupassen. Die von der Bundesregierung jüngst angekündigten Verbesserungen im Gewaltschutz, sieht Frauenberger daher als wichtiges Signal.

Als notwendige Maßnahmen nennt Frauenberger insbesondere ein Programm für Opfer von Gewalt, das ähnlich dem existierenden ZeugInnenschutzprogramm, den Einstieg in ein neues Leben erleichtern wie auch eine Ausdehnung des Rechtes auf schonende Einvernahme auf alle Opfer einer Gewalttat, einer gefährlichen Drohung und von beharrlicher Verfolgung.

Als zentrale Herausforderung im Kampf gegen Gewalt an Frauen betont die Frauenstadträtin vor allem die Sicherung einer eigenständigen wirtschaftlichen Existenz von Frauen. "Gewalt findet zwar quer über alle sozialen Schichten statt. Es zeigt sich aber, dass ein eigenes, Existenz sicherndes Einkommen der Schlüssel ist, der Frauen ein Entkommen aus der Gewaltspirale ermöglicht. Die Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit zu fördern und zu ermöglichen, sehe ich daher als zentrale Aufgabe der Politik."

Vor besonderen zusätzlichen Herausforderungen bei der Gründung einer eigenen wirtschaftlichen Existenz würden MigrantInnen stehen, betont die Frauenstadträtin In vielen Fällen sei ihr Aufenthaltstitel an den Ehemann gekoppelt, was zur Herausbildung einer ganz neuen Ausformung von Gewalt geführt habe. "Unter der Androhung, sie würden in ihr Heimatland zurückgeschickt werden, erdulden viele Frauen ungeheure Gewaltausübung. Die Forderung nach einem vom Ehemann unabhängigen Aufenthaltstitel ist mir ganz besonders wichtig", so die Stadträtin.

Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes lasse sich ein positive Bilanz über dessen Richtigkeit und Funktionalität ziehen: Die Zahl der Wegweisungen ist seit dem Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes kontinuierlich gestiegen. "Das zeigt, dass das Gesetz auch tatsächlich gelebt wird und greift", so Frauenberger. Hilfsangebote und Unterstützung für Frauen, die Opfer von Gewalt sind, werden dennoch keineswegs weniger wichtig. Im Gegenteil. Das würden auch die Erfahrungen und die Bilanz der vielen im Opferschutz tätigen Organisationen und Institutionen zeigen. "Auf Grundlage deren Arbeit wissen wir dass wir im Opferschutz mit den zur Verfügung stehenden Instrumentarien noch lange nicht alle Ziele erreichen können", so Frauenstadträtin Frauenberger abschließend. (Schluss) koi

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