Gefahrenquelle Grillen

Fleischmesser, Gabeln und herumliegende Kohlesäcke als Gefahrenquelle - nur knapp die Hälfte der Verletzungen sind Verbrennungen. Präventions-Broschüre kann bestellt werden.

Wien (OTS) - Allein in Österreich verletzen sich rund 1.000 Personen jährlich beim Grillen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen - fast drei Viertel der Verletzten sind Männer. Die Hälfte der männlichen Grillmeister ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Doch nicht nur die Arbeit am Feuer ist riskant, auch andere Grilltätigkeiten haben ihre Tücken: "Nur" knapp die Hälfte aller Verletzungen sind Verbrennungen.

Klassiker Schnittverletzungen

Der Schnitt mit dem Messer gehört zu den klassischen Verletzungen beim Grillen, aber auch Stichverletzungen mit Grillgabeln sind keine Seltenheit. Selbst Zubehör, das auf den ersten Blick ungefährlich ist, kann im wahrsten Sinne des Wortes zur Stolperfalle werden: So ist der eine oder andere Grillfreund schon über den herumliegenden Kohlesack gestolpert und zog sich dabei Verletzungen zu, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Es macht also durchaus Sinn, alle Grillwerkzeugen so anzuordnen, dass sie nicht zur Stolperfalle werden können.

Vorsicht heiß!

Beim Grillen ist nicht nur das Fleisch eine heiße Angelegenheit, sondern der gesamte Grill erreicht "heiße" Temperaturen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, einen geraden, rutschfesten und vor allem vor Umsturzgefahr gefeiten Standplatz auszuwählen, bevor man sich ans "Würstel braten" macht. Servietten, Pappteller und Plastikbecher gehören auf den Tisch, der natürlich in sicherer Distanz vom offenen Feuer stehen soll. Auch leicht entzündbare Materialien wie Öl, trockenes Gras, Bäume oder Holzstöße sind keine ideale Barbecue-Umgebung. Es schadet auch nicht, vor dem Grillen die Windrichtung zu beachten, um die Grillutensilien dementsprechend anordnen zu können.

Goldene Grillregeln

Unfreiwillige Grillabenteuer und deren schmerzhafte Folgen sind durchaus vermeidbar: Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) empfiehlt allen Grillfreunden die Einhaltung der wichtigsten Grundregeln:
- Unter freiem Himmel: Niemals in geschlossenen Räumen oder unter Sonnenschirmen grillen! Funkenflug kann Kleidung schnell entzünden -daher beim Arbeiten am Grill die Windrichtung beachten und alle leicht brennbaren Gegenstände in sicherer Entfernung positionieren. - Neben Erfahrung und Fingerspitzengefühl braucht der erfolgreiche Grill-Profi vor allem eines: Geduld. Erst wenn eine weiße Ascheschicht die Holzkohle ziert, ist die richtige Grilltemperatur erreicht. Wenn die Sache qualmt, ist die Glut noch zu heiß - und das Fett kann sich entzünden.
- Hände weg von hochexplosivem Spiritus und Benzin! Wer hektisch zum Spiritus greift, um schneller an sein Steak zu gelangen, riskiert Stichflammen und schwerste Verbrennungen. Die Flüssigkeit verdampft auf den Kohlen zu einem hochexplosiven Dampf-Luft-Gemisch, das sich rasend schnell ausbreitet, ehe es sich entzündet. Dabei können Personen im Umkreis von zwei Metern schwer verletzt werden.
- Gute Zündhilfen bieten Anweisungen für den richtigen Gebrauch, etwa Angaben über die erforderliche Menge und die Art des Einsatzes. Am sichersten sind normierte feste Zündhilfen mit der Bezeichnung ÖNORM EN 1860 bzw. DIN 66358. Keinesfalls Ölofen-Zündhilfen verwenden - sie enthalten giftige Rauchinhaltsstoffe.
- Während des Grillens keine Kohle nachlegen. Solange die Grillkohle durchbrennt, werden Gase frei, die nicht an das Gargut gelangen sollen.
- Fettspritzer sind schmerzhaft und können wortwörtlich ins Auge gehen. Also, Grillmeister, aufgepasst: Gesicht in sicherer Entfernung halten, beim Umdrehen des Grillguts Grillbesteck verwenden und am besten Grillhandschuhe und Schürze tragen.
- Das heiße Grillgerät muss stabil auf ebenem Boden stehen und darf während des Betriebs keinesfalls verschoben werden.
- Besondere Vorsicht bei Gasgrillern - falsches Anschließen von Flasche bzw. Kartusche kann Explosionen zur Folge haben.
- Egal ob Holzkohlen-, Gas- oder Elektrogriller: Ein Kübel Wasser oder ein Feuerlöscher sollte immer griffbereit in der Nähe stehen.

Broschüre "Verbrennungen: Prävention und Erste Hilfe"

Das KfV hat gemeinsam mit der Intensivstation für Brandverletzte im AKH eine Broschüre herausgegeben, die auf 16 Seiten u.a. Tipps zum sicheren Grillen gibt. Einzelexemplare der Broschüre können über die Hotline 01-40400 6860 bestellt und auf www.kfv.at oder www.brandverletzt.info heruntergeladen werden. Organisationen, Vereine, Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die an größeren Mengen der Broschüre interessiert sind, können diese über das Kuratorium für Verkehrssicherheit (Tel. 05 77 0 77-1905) beziehen.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Doreen Kallweit M.A.
Tel.: 0577077-1903
Schleiergasse 18
1100 Wien
E-Mail: doreen.kallweit@kfv.at
Internet: http://www.kfv.at

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