Buchinger: Verbraucherkreditrichtlinie bringt mehr Transparenz, bessere Vergleichbarkeit und Rechtssicherheit

Konsumentenschutzminister erreicht bei EU Verbesserungen für KreditnehmerInnen

Brüssel/Wien (BMSK) - Nach jahrelangen Verhandlungen konnte heute im EU-Wettbewerbsrat eine Einigung über den Richtlinienvorschlag für Verbraucherkredite erzielt werden. "Die neuen Regelungen bringen für KreditnehmerInnen mehr Transparenz in den Kreditverträgen, eine bessere EU-weite Vergleichbarkeit der Kreditkonditionen und ein verbessertes Rücktrittsrecht. Die Bedürfnisse der österreichischen VerbraucherInnen haben Eingang in die Regelung gefunden. Zudem stärkt der Richtlinie den Binnenmarkt weiter", erklärte Konsumentenschutzminister Buchinger in Brüssel nach den Verhandlungen. "Österreichs KonsumentInnen profitieren von der Europäischen Union ganz eindeutig. Die verbesserten Rechte bei Kreditverträgen sind ein gutes Beispiel, wie positiv sich europäische Regelungen im täglichen Leben auswirken können", strich Konsumentenschutzminister Buchinger die Sinnhaftigkeit gesamteuropäischer Regelungen hervor. ****

"Künftig wird es einheitliches europäisches Kreditformular mit genau definierten Informationspflichten geben. Die strengen Informationspflichten bringen mehr Transparenz für den Kreditkunden und ermöglichen auf einer standardisierten Basis einen exakten europaweiten Vergleich der Konditionen", erläutert Buchinger eine der neuen Regelungen. Noch leichter werden Kreditvergleiche über die Grenze hinweg durch eine ebenfalls eingeführte Vereinheitlichung der Berechnung des Effektivzinssatzes.

Künftig 14 Tage Rücktrittsrecht

Darüber hinaus ist auch das Rücktrittsrecht, das innerhalb von 14 Tagen ab Vertragsabschluss ausgeübt werden kann, von großer Bedeutung für VerbraucherInnen. "Ich denke da vor allem auch an Warenkredite, durch die man sich einfach vorschnell zu einem Kauf hat hinreißen lassen. Aber natürlich gilt das Rücktrittsrecht auch für ganz normale Bankkredite" umreißt Buchinger eine weitere Neuregelung.

Mehr Information bei Kontoüberziehungen

Als wesentlich erscheinen dem Konsumentenschutzminister zudem auch die Neuerungen bei den Vorschriften zu den Überziehungskrediten und der in Österreich üblichen Form der stillschweigenden Überschreitung, die den Verbrauchern und Verbraucherinnen mehr an Information als bisher zugestehen.
Dabei ist einerseits vorgesehen, dass es im Girokontovertrag eine Information über den Sollzinssatz und den zusätzlichen Kosten geben muss, aber nur, wenn zu diesem Zeitpunkt eine Überschreitung bereits möglich wäre. Sollte dies nicht der Fall sein, muss diese Information zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. auf dem Kontoauszug erfolgen. In jedem Fall sind aber bei einer erheblichen Überschreitung (wo diese ansetzt, ist national zu regeln) von mehr als einem Monat den Verbrauchern und Verbraucherinnen weitere Informationen zu geben.

"Ich kann also am heutigen Tag eine Einigung zu diesem Vorschlag präsentieren, in dem sowohl die Bedürfnisse der österreichischen Verbraucher und Verbraucherinnen berücksichtigt sind, als auch ein weiterer Schritt in Richtung Verwirklichung eines gemeinsamen Binnenmarkts gesetzt werden konnte", so Konsumentenschutzminister Buchinger abschließend.

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