"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Wer, wenn nicht sie?"

Studentenvertreter müssen aufbegehren - bevor sie ins System wechseln.

Wien (OTS) - In zwei Tagen werden wir es wieder hören, das Lamento über die niedrige Beteiligung bei der Wahl des Studentenparlaments. Seit Jahren liegt sie bei 30 Prozent - was international nicht schlecht ist.
Den Regierenden ist es nicht unrecht, dass 70 Prozent der Hochschüler kein Kreuzerl bei einer der ÖH-Fraktionen machen. So lässt sich trefflich argumentieren, deren Vertreter seien eigentlich nicht legitimiert, dieses zu begehren oder jenes abzulehnen. Kecke Studentensprecher sind unerwünscht, egal ob sie Ableger der Mutterpartei oder anders gefärbt sind.
Besonders die ÖVP verweist darauf, die ÖH solle Service bieten, nicht Politik machen. Ein seltsames Verständnis von Interessenvertretung. Wer, wenn nicht jene, die sie spüren, sollen gegen Studiengebühren wettern? Wer, wenn nicht jene, die es betrifft, sollen das Sozialdienst-Modell von Minister Hahn ablehnen dürfen? Wer, wenn nicht die Jungen, soll gegen die etablierte Politik aufmucken, auch wenn das mitunter realitätsfremd ist?
Angepasst sind sie ja schnell, wie man an den Damen und Herren sieht, die es von der Studenten- in die hohe Politik gebracht haben. Stellen Sie sich vor, Willi Molterer war einst für die Gesamtschule und gegen das Heer.

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