Greenpeace: Rücktritt von Weltbank-Chef Wolfowitz nützen!

Neustart für Klimapolitik und Waldschutz bei Weltbank gefordert

Washington/Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace sieht im Rücktritt von Weltbank-Chef Paul Wolfowitz eine Chance für einen kompletten Neustart der Klima- und Waldschutzpolitik der Weltbank. "Es ist ein Treppenwitz, dass jener Weltbank-Präsident, der Korruptionsbekämpfung zur Toppriorität erklärt hat, selbst über die zweifelhafte Begünstigung seiner Lebensgefährtin stolpert", meint Greenpeace-Ökonom Bernhard Obermayr. "Die Weltbank wäre nun gut beraten, den Rücktritt von Wolfowitz für einen Neuanfang zu nützen und neben der persönlichen Integrität vor allem Expertise in nachhaltiger Entwicklung zum Kriterium bei der Neubestellung des Weltbank-Präsidenten zu machen", so Obermayr weiter.

Gerade vor dem Hintergrund der dramatischen Erkenntnisse zum Klimawandel ist eine global entscheidende Institution wie die Weltbank aufgefordert, eine führende Rolle bei der Senkung der Treibhausgasemissionen zu spielen. "Unter der nächsten Führung muss die Weltbank sofort ihre Unterstützung für fossile Energieproduktion stoppen und ihre gesamten diesbezüglichen Ausgaben in Richtung erneuerbarer Energieträger und Förderung von Energieeffizienz umschichten. Die Weltbank darf nicht weiter eine falsche Energieproduktion fördern, während die Effekte des Klimawandels immer dramatischer zu Tage treten", fordert Obermayr.

Zur Eindämmung des Klimawandels ist neben einem Umdenken bei der Energieproduktion auch der Erhalt der letzten großen Wälder dieser Erde immanent wichtig. Gerade hier spielt die Weltbank eine entscheidende Rolle. So ist sie für die für fortschreitend illegale Zerstörung des zweitgrößten Regenwaldes der Welt - dem Kongo -mitverantwortlich, wie eine jüngste Greenpeace Studie zeigt. "Gerade im Kongo steht die Weltbank vor ihrem wichtigsten ökologischen Glaubwürdigkeitstest. Setzt sie sich mit all ihrer Macht für einen nachhaltigen Schutz der Wälder ein oder unterstützt sie wie in den anderen afrikanischen Ländern das Zerstörungswerk einer industriellen Forstwirtschaft? Nicht zuletzt daran wird der neue Präsident der Weltbank gemessen werden", schließt Obermayr.

Die Greenpeace- Studie ‘Carving up the Congo’ zum Download:
http://www.greenpeace.at/4531.html

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