Besuch koreanischer Verteidigungspolitiker im Hohen Haus Zentrale Gesprächsthemen: Neutralitätspolitik und Bundesheerreform

Wien (PK) - Eine Delegation des Verteidigungsausschusses des südkoreanischen Parlaments unter der Leitung von WON Hye-Young besuchte heute Vormittag das Parlament und traf mit dem Obmann des Verteidigungsausschusses des Nationalrates, Abgeordnetem Peter Fichtenbauer, zu einem Gespräch zusammen. Im Mittelpunkt des lebhaften Meinungs- und Informationsaustauschs stand zunächst die Sicherheitslage auf der geteilten Halbinsel, wobei die koreanischen Gäste daran erinnerten, dass die Grenze zwischen Nord und Süd nicht nur ihr Land, sondern auch viele Familien trenne. Daher sahen Fichtenbauer und die koreanischen Abgeordneten in der gestern -erstmals seit 60 Jahren - wieder geöffneten Eisenbahnverbindung zwischen Nord- und Südkorea ein gutes und erfreuliches Zeichen. Sorge, nicht nur für Südkorea, sondern für die ganze Welt bereite der Nuklearkonflikt mit Nordkorea, stellten die Gesprächspartner übereinstimmend fest, wobei Ausschussobmann Fichtenbauer den Koreanern zusagte, sich für die Unterstützung der südkoreanischen Bemühungen um Deeskalation des Konflikts einzusetzen.

Auf diesbezügliche Fragen der ostasiatischen Gäste erläuterte Peter Fichtenbauer die historische Entwicklung der immerwährenden Neutralität Österreichs nach Schweizer Vorbild aus der besonderen Situation des Jahres 1955 heraus und machte klar, dass die Neutralität Österreich außenpolitisch-militärisch geprägt, aber niemals ideologisch gefärbt war - Österreich habe sich immer als Teil des Westens, niemals als ein "neutralistisches" Land gesehen. Zudem habe Österreich seine Neutralität von Anfang an aktiv interpretiert und sich engagiert an internationalen Friedenseinsätzen beteiligt.

Sollte sich das sicherheitspolitische Umfeld Südkoreas ähnlich grundlegend verändern wie in Europa nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes, könnte eine Reform der südkoreanischen Armee laut Fichtenbauer in eine ähnliche Richtung gehen wie die derzeitige Bundesheer-Reform in Österreich: Reduktion von Mobilmachungskräften und Sperreinrichtungen sowie von Panzer- und Artillerieeinheiten bei gleichzeitiger Verstärkung mobiler Kräfte. (Schluss)

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