Landesrat Dr. Hermann Kepplinger:Energie AG muss für Pühringers angebliche Schuldenfreiheit als Bauernopfer herhalten!

Börsegang wird Energie AG kaum frisches Kapital bringen, weil Verkaufserlös überwiegend in das Landesbudget fließen soll

Linz (OTS) - "Die einzige Begründung für den Verkauf der Energie AG ist der Wunsch des Landeshauptmannes, ohne Finanzschulden über die Ziellinie 2009 zu gehen. Da muss dann sogar die Energie AG als wichtiger Teil der Daseinsvorsorge als Bauernopfer herhalten" kritisiert Landesrat Hermann Kepplinger die teure und kurzsichtige Finanzierungspolitik, die die ÖVP mit dem Börsegang der Energie AG durchboxen will. Die anderen vorgebrachten Argumente für die Teilprivatisierung der Energie AG müssen als "fadenscheinig und vorgeschoben" zurückgewiesen werden.
Nachdem die budgetären Rücklagen aufgebraucht sind und das Potenzial zur Budgetierung zur formalen Einhaltung des Stabilitätspaktes versiegt, soll nun die Energie AG als Bauernopfer für die verfehlte Finanzpolitik des Landeshauptmannes herhalten. Dass das Land Oberösterreich durch einen Anteilsverkauf kurzfristig nicht reicher wird, sondern lediglich Vermögen gegen Cash tauscht, dagegen aber langfristig sehr wohl mit einem Vermögensverlust zu rechnen hat, wird bei dieser Kurzsichtpolitik verschwiegen.
Der im Landesbudget angesetzte Privatisierungserlös von 475 Millionen Euro für 25 Prozent der Energie AG-Aktien ist durchaus ambitioniert, setzt er doch einen Marktwert der Energie AG von nicht weniger als 1,9 Mrd. Euro voraus. Bei einem Verkauf von 40 % der Anteile wären das 760 Millionen Euro, von denen die besagten und bereits als Einnahme 2007 fix budgetierten 475 Millionen Euro sofort ins Landesbudget wandern.
Vom restlichen Verkaufserlös muss man noch die hohen Transaktionskosten für den Börsegang von 40 bis 50 Mio. Euro absetzen. Der Energie AG blieben für ihren Expansionskurs also höchstens 235 Mio. Euro, die angesichts der umfangreichen Geschäftstätigkeit nur einem operativen Cashflow von nicht einmal anderthalb Jahren entsprechen. Dafür geht doch kein vernünftiges Unternehmen an die Börse, vor allem wenn wie im Fall der Energie AG eine solide Eigenkapitalausstattung gegeben ist.
"Außerdem gibt es interne Überlegungen, mehr als die budgetierten 475 Millionen Euro - die Rede ist von weiteren 200 Millionen Euro bis 2012 - für den Landeshaushalt vorzusehen. Es bleibt dann für die Finanzierung von Erweiterungsinvestitionen am Strommarkt wahrscheinlich gar nichts mehr übrig." Der Börsegang hat also als einziges Ziel die Entlastung des Landesbudgets, ist Landesrat Kepplinger gewiss.
"Der Verkauf der Energie AG ist die teuerste Form der Finanzierung der Landesinvestitionen, die im Schlepptau wesentliche Unsicherheitsfaktoren über die Eigentümerstruktur und die hohen Kosten der Eigenkapitalfinanzierung für die Energie AG mit sich bringt. Deshalb können wir den Börsegang der Energie AG sachlich nicht gutheißen", resümiert Landesrat Kepplinger.

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