Hahn: Österreich - Rangführend im Europäischen Hochschulraum

Wissenschaftsminister aus 46 europäischen Ländern beraten in London über den Europäischen Hochschulraum

Wien (OTS) - "Ich verstehe Bologna als einen Kompaß durch die Vielfalt des europäischen Hoch-schulraums. Diese Vielfalt hat viel Platz für Gemeinsamkeit, wir dürfen sie aber auch nicht aufgeben. Weil Vielfalt ist ein Qualitätsmermal Europas", so Minister Hahn am Rande der europäischen Minister-Konferenz in London.
Ziel der Ministerkonferenz ist es, 8 Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung das Arbeitsprogramm mit den noch offenen Punkten in der Umsetzung bis 2010 für die nächsten zwei Jahre festzulegen, aber auch schon Weichen für die Zeit nach 2010 zu stellen. Österreich nutzte die Konferenz auch, um die 46 am Bologna Prozess teilnehmenden Länder für die Bedeutung nationaler Gestaltungsspielräume bei der Regelung des Hochschulzugangs zu sensibilisieren. Im London Kommunikee einigten sich die Minister - auch wenn die Mobilität von Studierenden, Lehrenden und Forschende eine tragende Säule des Europäischen Hochschulraums - bleibt - auf ein besseres Gleichgewicht in den Mobilitätsflüssen zwischen den europäischen Län-dern. "Mit 20 % internationalen Studierenden liegt Österreich bereits weltweit unter den besten. Darüber hinaus profitieren immer mehr österreichische Studierende von Auslandsstudien- und Praxisaufenthalte für ihr Studium und für ihre künftige Berufs-laufbahn, " resümierte Minister Hahn.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war die Bestandsaufnahme (Stocktaking) über die Fortschritte der einzelnen Länder bei der Umsetzung der Bologna-Ziele. Bewertet werden die drei prioritären Bologna-Ziele:
Qualitätssicherung, die zweigliedrige Stu-dienstruktur und Anerkennungsfragen. Durch die Umsetzung der Standards und Richtlinien im Bereich der Qualitätssicherung und die Einbeziehung internationaler Experten und Studierender in Qualitätssicherungsmaßnahmen konnte Österreich in diesem Bereich in die Spitzengruppe vorstoßen.

Bachelor im Vormarsch

Im Bereich der Studienarchitektur zeigen die neuesten Zahlen, dass 42 % der Stu-dienrichtungen an Universitäten und 77 % der Fachhochschulen bis zum Winterse-mester 2006 in zweistufige Bachelor-/Master-Studien umgewandelt wurden. Insge-samt gibt es derzeit 211 Bachelor- und 278 Master-Studien an den Universitäten so-wie 115 Bachlor und 33 Master-Studienprogramme im Fachhochschulbereich. Im Bereich der Anerkennungs- und Akkreditierungsfragen liegt der Umsetzungsgrad in Österreich bereits bei 100%.

Schwerpunkte für die kommenden beiden Jahre werde die Relevanz der Abschlüsse, insbesondere der Bachelor-Ebene, für den Arbeitsmarkt, die weitere Verstärkung der sozialen Dimension durch die Erarbeitung nationaler Strategien; die Synergie zwi-schen Europäischem Hochschul-und Forschungsraum durch die Umsetzung der eu-ropäischen Kriterien in der Doktoratsausbildung sowie die internationale Zusammen-arbeit, die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit Europas als Wissenschaftsstandort.

Die Konferenz betonte neuerlich die Bedeutung der partnerschaftlichen Teilnahme autonomer Hochschuleinrichtungen und der Studierenden am Prozess. "Die Hoch-schulen tragen die Hauptverantwortung für die konkrete Umsetzung der Ziele, die Regierungen schaffen die dafür notwendigen Rahmenbedingungen", sagte Hahn. "Um die Studienbedingungen weiter zu verbessern, bedarf es jedoch noch gemeinsa-mer Anstrengungen. Die Studierendenanwaltschaft kann hier eine wichtige Rolle spielen."

Im Anschluss an die Ministerkonferenz besuchte BM Hahn daher das Office of the Independent Adjudicator (OIAHE), die Zentrale der britischen Ombudsstelle für Hochschulen. Diese Institution unter Leitung Baroness Ruth Deech, langjähriger Pro-fessorin für Recht in Oxford, steht allen Studierenden in England und Wales bei Problemen, die hochschulintern nicht lösbar sind, seit 2004 zur Verfügung.

Minister Hahn betonte, dass die "österreichische Studierendenanwaltschaft im Rah-men der Studierenden-Unterstützungsoffensive - wie auch im Regierungsprogramm festgelegt - neu ausgerichtet und durchschlagskräftiger werden soll. Das britische Modell könnte als Orientierung dienen".

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