Plass/Grüne Wirtschaft: Mitterlehner-Hatz in der ÖVP ist unerträglich

Qualifikationen anerkannter Flüchtlinge müssen besser genützt werden

Wien (OTS) - "Offenbar ist die Verhaiderung der ÖVP sehr weit vorangeschritten. Die Art, mit der Parteikollegen über Wirtschaftskammer-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner herfallen, zeigt, dass es in der ÖVP offenbar Denkverbote gibt", meint Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft.

Mit seiner Aussage, dass die österreichische Asyl- und Ausländerpolitik abgesehen von menschenrechtlich unhaltbaren Zuständen mittlerweile auch der Wirtschaft auf den Kopf falle, habe Generalsekretär Mitterlehner eine für die ÖVP unbequeme Wahrheit mutig ausgesprochen. "Dafür gebührt ihm zweifellos die Unterstützung aller Fraktionen in der Wirtschaftskammer. Wir werden jedoch auch das Abstimmungsverhalten des Nationalratsabgeordneten Mitterlehner beobachten, wenn die nächste Verschärfung des Asyl- und Fremdenrechts im Parlament behandelt wird", so Plass.

Die Wirtschaftskammer müsse klarstellen, dass es ihr im Bereich der Zuwanderung nicht um ein Rosinenpicken in Zeiten der Hochkonjunktur gehe, sondern dass eine langfristige und faire Zuwanderungspolitik auch ein wesentlicher Faktor des wirtschaftlichen Erfolgs unseres Landes sei. "Auch das WIFO hat in seinem Weißbuch für Wachstum und Beschäftigung das Thema Integration als eines von acht wesentlichen Maßnahmepaketen definiert", meint Plass: "Die Erleichterung von Aufenthaltsbewilligungen und die Beseitigung von Zugangsbeschränkungen für den Arbeitsmarkt sind dabei ganz wesentliche Punkte."

Die Wirtschaftskammer könne jedoch auch kurzfristig und ohne Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen tätig werden. "Jährlich werden in Österreich Tausende AsylwerberInnen als Flüchtlinge anerkannt und erhalten die volle Arbeitserlaubnis. Leider wird deren mitgebrachte Qualifikation offenbar von niemandem systematisch erfasst, wodurch viele überqualifizierte Menschen allein aufgrund von Diskriminierung in Hilfs- und Billigjobs landen. Die Beauftragung einschlägiger Studien sowie mehr Sensibilität bei AMS und Wirtschaft wären hier schon ein wesentlicher Fortschritt", so Plass abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, Tel. 0676/303 22 60

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0003