Nach der Jause: Aus mit Null Promille

AKNÖ macht aufmerksam: Alkohol im Striezel

Wien (AKNÖ) - Wien (AKNÖ) - Manche Striezel, Rosinenzöpfe und Milchbrötchen enthalten Alkohol. Zwar in geringen Mengen, aber genug, um Führerscheinneulinge beim Alko-Test in Schwierigkeiten zu bringen. Das ergab ein Test der NÖ Arbeiterkammer. Sie kritisiert, dass der Alkoholgehalt nicht auf der Verpackung angeführt ist. Nach der Jause ist es vorbei mit null Promille, bei Kindern könnte der Genuss von alkoholhältigem Gebäck zum Gewöhnungseffekt führen.

Anlass für das Interesse der AKNÖ war der Alko-Test, den ein Zivildiener als zukünftiger Rettungsfahrer bei seiner verkehrspsychologischen Untersuchung absolvieren musste. Der junge Mann hatte kurz davor eine Osterpinze gegessen, aber keinen Alkohol getrunken. Trotzdem zeigte das Alko-Messgerät Alkohol in der Atemluft an. "Als wir von dem Fall erfahren haben, habe wir einige Striezelsorten gekauft und Messungen durchgeführt. Die auffälligen Proben haben wir zur Analyse an die Lebensmittelversuchsanstalt gesandt", erklärt AKNÖ-Lebensmittelexperte DI Helmut Bohacek. Das Ergebnis: In allen sechs eingeschickten Proben war Alkohol enthalten, zwar nur im Bereich von 1,6 bis 6,8 g/kg, aber "das reicht für einen Führerscheinneuling, der Null Promille haben muss, um in Beweisnot zu geraten. Die Werte entsprechen zwischen 0,06 und 0,19 Promille", sagt Bohacek. Ein weiteres Ergebnis der Messungen: Nach zehn Minuten ist die Atemluft wieder alkoholfrei. "Das klingt zwar harmlos, für Berufskraftfahrer und Führerscheinneulinge, aber auch für Kinder ist es das aber möglicherweise nicht. Wir kritisieren, dass der Alkoholgehalt mit einer einzigen Ausnahme - ein Produkt der Firma Anker - auf der Packung nicht angeführt ist", sagt Bohacek.

Schlupfloch in der Lebensmittelverordnung Eine Nachfrage bei den Erzeugerfirmen brachte bis zum heutigen Tag kein Ergebnis. Ein Blick in die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung BGBl 1993/72 in der Fassung von 2005, §4 (1) 7. a) zeigt, dass es dort Schlupflöcher gibt: Demnach muss jede Zutat gekennzeichnet sein, ein Hilfsmittel (z.B. Alkohol als Lösungsmittel) nicht, eine zusammengesetzte Zutat (z.B. Marmelade mit Alkohol) unter 2 Prozent auch nicht. "Wir fordern eine Nachjustierung der Verordnung", erklärt Bohacek, "wollen aber vor allem der Öffentlichkeit die Tatsache bewusst machen, dass jeder von uns häufiger mit Alkohol in Kontakt kommt, als wir glauben."

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AKNÖ, Lebensmittelexperte DI Helmut Bohacek,
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