ÖBB laufen auf Schiene, nicht bloß auf Gleisen

Weitere Steigerung bei Fahrgastzahlen und Güterverkehr angepeilt - schon jetzt Güterverkehrsanteil dreimal höher als europäischer Durchschnitt

Wien (OTS) - Am Dienstag stellten Generaldirektor Mag. Martin
Huber und sein Vorstandskollege Mag. Erich Söllinger die Bilanz 2006 der Österreichischen Bundesbahnen der Öffentlichkeit vor und nahmen auch zu den weiteren geplanten Maßnahmen der ÖBB Stellung. Tenor der Ausführungen - die ÖBB legen seit der Ausgliederung 1994 das beste Ergebnis vor - so Huber: "Wir bauen die Schieneninfrastruktur in Österreich mit hohem Tempo aus und nehmen dafür auch steigende finanzielle Verbindlichkeiten in Kauf, denn Österreich braucht eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur - und zwar eher heute als morgen". Die ÖBB würden hier bewusst enorme Vorleistungen gegenüber dem Staat erbringen, und damit auch Zielsetzungen der Daseinsvorsorge und Nachhaltigkeit dienen. Der Vorstandsvorsitzende stellt dazu freilich klar: "Das ist eine Frage der Prioritäten, die natürlich mit dem Eigentümer akkordiert sind. Wir bedienen uns der Sprache des Marktes, das haben wir deutlich gezeigt - Kundenorientierung und Qualität zahlen sich aus".

ÖBB-Finanzvorstand Erich Söllinger unterstreicht: "Die Gesamterträge sind auf 5,46 Milliarden Euro gestiegen und haben damit um 8,6 Prozent zugenommen. Wie positiv sich das Geschäftsjahr 2006 entwickelt hat, sieht man vor allem auch am Betriebserfolg". Dieser ist in einem Jahr um 39 Prozent gestiegen und hat mit 314 Millionen Euro den höchsten Wert seit der Ausgliederung erreicht. Man habe, so Söllinger das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr absolviert. Der Mitarbeiterstand wurde den operativen Erfordernissen angepasst und hält derzeit (Zahlen gerundet) bei knapp 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 2005 waren es 46.000. Damit ist der Personalaufwand in der Höhe von 2,1 Milliarden Euro im Verhältnis zu den Gesamterträgen von 42 Prozent auf 38 Prozent gesunken. Auch der Anteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Definitivstellung hat sich vermindert und lag zum Jahresende 2006 bei 80 Prozent.

Den laufenden Bemühungen um mehr Kundenorientierung folgend, wurde auch der Fahrplan 2007 geändert, so haben die ÖBB 650 neue Anschlussverbindungen und 100 neue Taktverkehre geschaffen; damit fahren mittlerweile zwei Drittel aller Personenzüge in regelmäßigen Intervallen. An einem österreichweiten Taktfahrplan mit Start frühestens 2009, spätestens 2012, wir intensiv gearbeitet; bereits ab September 2007 wird ein zwei Stunden-Takt mit ICE-Zügen zwischen Wien und Frankfurt realisiert. Beim Güterverkehr konnten die ÖBB die beförderten Tonagen um fünf Millionen auf rund 93 Millionen steigern. Im europäischen Schnitt liegen die ÖBB beim Modal split mit einem Güterverkehrsanteil von 36 Prozent dreimal so hoch wie der europäische Durchschnitt. Zu den derzeit 17.000 Güterwaggons wurden 2006 mehr als 1000 neue in Auftrag gegeben, die laufend ausgeliefert werden.

In den Ausbau der Infrastruktur haben die ÖBB im Jahr 2006 1,62 Milliarden Euro investiert - um 200 Millionen Euro mehr als 2005. Mit Nachdruck werden, so Huber, der Ausbau der Westbahn, der Unterinntalbahn, der Bau der neuen Nord-Süd-Achse und im Wiener Raum der Hauptbahnhof Wien (zu dem im Juni d. J. der Spatenstich erfolgen wird), der Lainzer Tunnel und zahlreiche andere Projekte verfolgt. Dies bedingt auch entsprechende Maßnahmen auf der Finanzseite: die ÖBB verzeichnen bei den Investitionen mit 2,05 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 2,4 Prozent, den höchsten Wert seit 1994. Das insgesamt hohe Investitionsniveau ergibt deshalb auch bei Abschreibungen und Zinsen Rekordwerte: zusammen 997 Millionen Euro, und damit um 102 Millionen Euro mehr als im Jahr 2005. Weitere Konsequenzen der hohen Investitionen sind ein Anstieg des Anlagevermögens auf knapp 20 Milliarden Euro und ein Anwachsen der Finanzverbindlichkeiten auf 8 Milliarden Euro, es sind, so Söllinger "in den ÖBB in Summe mehr Werte geschaffen worden".

Auch in der Betriebsphilosophie der ÖBB sind merkliche Änderungen eingetreten, Huber dazu: "Da ist eine Richtungsentscheidung eingetreten, haben sich bisher Bauvorhaben auf die Fahrpläne ausgewirkt, so haben wir jetzt einen neuen Ansatz dazu - die Baustellen haben sich nach dem Fahrplan zu richten". In der für 29. Mai terminisierten Hauptversammlung der ÖBB wird übrigens eine Änderung der Zusammensetzung des Aufsichtsrates auf dem Programm stehen. Zur generellen Sicht betont Huber, man habe 2006 das zweite Geschäftsjahr des ÖBB-Konzerns in seiner neuen Struktur abgeschlossen und könne klar sagen, die Reform war ein Impuls, den man gebraucht hat, um die Trendwende zu schaffen

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