Pharmig: "OÖGKK malt wieder einmal den Teufel an die Wand"

Schere zwischen Prognosen und Endergebnissen ist politisches Kalkül

Wien (OTS) - Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber nimmt zur heute veröffentlichten Bilanz 2006 der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) Stellung: "Die Kennzahlen zeigen, dass es sich bei der OÖGKK um ein florierendes Unternehmen handelt. Aber jetzt zum Wesentlichen: Hinter den nackten Zahlen der Medikamentenausgaben stehen immer Patienten, die Therapien benötigen - und deren behandelnde Ärzte, die diese nach bestem Wissen und Gewissen verschreiben. Und dafür von der OÖGKK strenge Vorgaben erhalten. Aus dieser Perspektive ist es schwer nachvollziehbar, dass die OÖGKK einerseits die 'konstruktive Zusammenarbeit mit den oberösterreichischen Ärzten' lobt, andererseits die 'starke Steigerung bei Heilmitteln' beklagt."

Zur Ausgabenprognose der OÖGKK für 2007 meint Huber: "Wie jedes Jahr malt die Krankenkasse mit ihrer Ausgabenprognose vorsorglich den Teufel an die Wand, bei der Endabrechnung schaut es dann immer ganz anders aus. Der Ausgabenzuwachs bei Medikamenten kann nicht nur aus echten zusätzlichen Verschreibungen im niedergelassenen Bereich kommen. Hier versteckt sich bestimmt eine kräftige Ausgabenverlagerung von den Krankenhäusern in den niedergelassenen Bereich, also zu den Krankenkassen."

Huber interpretiert die heute veröffentlichte Prognose für 2007 wie folgt: "Die OÖGKK weist für 2007 einen voraussichtlichen Verlust von 18 Mio. Euro aus. Mit welchem Ergebnis dürfen wir aber wirklich rechnen? Wurde der positive Konjunktureffekt in der Prognose für 2007 entsprechend berücksichtigt? Die Schere zwischen Prognosen und Endergebnissen ist das übliche politische Kalkül, um den Druck auf die Vertragspartner der Krankenkasse und auf die Politik möglichst hoch zu halten."

Die heute von der OÖGKK veröffentlichten Zahlen werfen Fragen auf, wenn man sie mit Zahlen aus der Vergangenheit vergleicht:

* In einer Aussendung vom 11.8.2006 etwa prognostizierte die OÖGKK für 2006 einen Verlust in der Höhe von 14,6 Mio. Euro; jetzt präsentiert sie für 2006 einen Jahresüberschuss von 27 Mio. Euro.

* Die Medikamentenausgaben der OÖGKK stiegen in den vergangenen fünf Jahren zwischen 2,6 Prozent (2005) und 6,7 Prozent (2003) gegenüber dem Vorjahr. Wie erklärt sich die Prognose von 9,1 Prozent Steigerung bei den Medikamentenausgaben für 2007 gegenüber 2006?

Einmal mehr verweist Huber auf das moderate Preisniveau in Österreich: "Die Industriepreise für Medikamente liegen hierzulande um 17,16 Prozent unter dem EU-15-Schnitt und im Schnitt der EU-25!"

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