GLOBAL 2000 warnt vor neuen Hochrisiko-Atomkraftwerken

AKW-Ausbau in Bulgarien und Slowakei - droht Österreich neues "Temelin-Debakel"? - BK Gusenbauer und BM Pröll müssen jetzt handeln!

Wien (OTS) - Die Gefahren aufgrund neuer Hochrisikoreaktoren
nehmen für die österreichische Bevölkerung zu. GLOBAL 2000 warnt die Österreichische Bundesregierung vor dem Weiterbau des Atomkraftwerks Belene in Bulgarien und dem des Atomkraftwerks Mochovce in der Slowakei. "Wenn Bundeskanzler Gusenbauer und Minister Pröll hier nicht klare Worte finden und Handlungen setzen, droht uns ein Debakel wie mit Temelin", warnt Silva Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000.

"Die geplanten zwei Reaktoren für das AKW Mochovce entsprechen noch nicht einmal dem heutigen Stand der Technik. Sie sind völlig veraltet und mit einer Technologie von gestern ausgestattet. Dieser lebensbedrohlichen Gefahr dürfen wir uns nicht aussetzen", so Herrmann. Es sollen zwei 440 Megawatt-Reaktoren sowjetischer Bauart aus den 70er-Jahren errichtet werden. Den Reaktoren fehlen entscheidende Sicherheitsmerkmale, die spätestens nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl als Minimalanforderung gelten. So haben die Reaktoren kein "Containment" (Sicherheitshülle), die einen Austritt von Radioaktivität bei einem Unfall verhindern soll. Gerade wegen der hohen Sicherheitsrisiken wurden solche Reaktoren in Deutschland schon vor 15 Jahren stillgelegt. Nach Expertenmeinung ist eine Nachrüstung auf heutiges Sicherheitsniveau nicht möglich. Und auch bei den modernsten Reaktoren gilt: Kernenergie ist eine Risikotechnologie, ein Unfall kann in jedem Atomkraftwerk passieren.

Das AKW Belene wird in einer Erdbebenregion liegen. Bei den bereits bestellten Reaktorblöcken handelt es sich im Prinzip um eine Weiterentwicklung von Reaktoren vom Typ Temelin, zu der es bisher nahezu keine praktischen Erfahrungen gibt.

Bei beiden Vorhaben laufen die Planungen auf Hochtouren. Österreichs Politik aber scheint hier wichtige Entscheidungen in der Atom-Politik zu verschlafen: "BK Gusenbauer und BM Pröll schweigen zu den beiden riskanten Bauvorhaben. Das ist fatal, denn die Zeit läuft uns davon. Vorbeugen und den Bau verhindern, heißt die Devise, statt hilflos und kraftlos in einem zweiten Temelin-Debakel zu landen", so Herrmann abschließend.

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