Neudeck: Verkauf von maroden Krediten durch die Banken

Ein entsprechendes Anbot sollte auch den Gläubigern gemacht werden

Wien (OTS) - Dem Vernehmen nach will eine der größten Banken Österreichs aus ihrem Kreditportfolio marode Kredite abverkaufen. "Das passierte schon bisher öfters, als man glaubt", stellt dazu der Landesobmann des RFW Wien, Detlev Neudeck fest. "Die jetzt kolportierte Summe von einer halben Milliarde Euro stellt allerdings die bisherigen Transaktionen deutlich in den Schatten".

Die Bank will damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen wird sie die schlechten Schuldner los und zweitens wird dadurch Eigenkapital - entsprechend den Basel II Richtlinien - frei. Für den Käufer kann das durchaus ein Geschäft werden, weil der neue Gläubiger mit seinen Schuldnern anders umgehen kann und wird - Stichwort aggressive Schuldeneintreibung -, als eine Bank.

"Es sollte in diesem Zusammenhang aber auch seitens der Politik eine gesetzliche Regelung gefunden werden, wonach die Möglichkeit des Kaufes bzw. des Rückkaufes auch dem Schuldner angeboten werden muß", führt Neudeck weiter aus. "Egal ob Käufer oder Verkäufer des Kredites, es muß dem Schuldner diese Forderung - natürlich mit einem gewissen, noch zu diskutierenden, Aufschlag angeboten werden. Und dieser hat dann innerhalb einer Frist die Möglichkeit, den Konsequenzen einer rigorosen Verwertung zu entgehen.

"Die Erlöse aus diesen Zwangsverwertungen betragen ja oft nur Bruchteile des echten Wertes. Wenn ein Schuldner eine entsprechende Finanzierung findet und so die extremen Kosten einer Zwangsverwertung abwenden kann, wäre dies sicher hilfreich. Die Tatsache der Fälligstellung eines Kredites samt den entsprechenden Vormerkungen bei den Gläubigerschutzverbänden und der damit verbundene Bonitätsverlust bleiben ja ohnehin bestehen", schloß Neudeck. Schluß(gr)

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