"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Eurofighter-Klub"

Was hat die Fliegerei mit dem Fußball zu tun? Nichts. Trotzdem gab’s Millionen.

Wien (OTS) - Rudolf Edlinger ist eine wortreiche politische
Figur: Der frühere Finanzminister ist selten um einen spitzen Kommentar verlegen, wo die Worte nicht reichen, lässt er schrill bebilderte Krawatten sprechen.
Nur eine Krawatte mit Eurofightern drauf trägt er noch nicht. Und bei der Frage, was der Fußballklub Rapid mit den Kampffliegern zu tun hat, deren Hersteller den Kickern seit fünf Jahren jährlich eine Million Euro zukommen ließ, verschlägt’s dem nicht mundfaulen Rapid-Präsidenten Edlinger ein bisschen die Sprache.
Es ist auch schwer erklärbar. Nicht, dass zum Beispiel ein Saunaclub, der eine Fußballmannschaft sponsert, unbedingt sportaffin wäre (zumindest nicht für diesen Sport) - aber für Sponsoring gibt es normalerweise wenigstens eine Werbetafel im Stadion oder ein Logo auf den Trikots, als Gegenleistung.
Eurofighter verlangte für seine großzügigen Gaben nichts. Zumindest nichts Öffentlichkeitswirksames.
Der Verdacht, dass die Lobbyisten der Jet-Firma den Goodwill von Politikern im Umfeld des Traditionsvereins gerne erwerben, wenn sich die Chance ergibt, und dass es, breit gestreut, ähnliche Gaben auch anderswo gegeben haben könnte, liegt nahe. Bis zum Beweis des Gegenteils.
Aber dazu bräuchte es mehr als Schweigen.

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