"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Wo bleiben die Eltern?"

Populistisches Gerede von Politikern ist kein Mittel gegen das Koma-Trinken.

Wien (OTS) - Zuerst die gute Nachricht: Der Alkoholkonsum unter
12- bis 17-Jährigen geht zurück, bei den Burschen von 36 auf 22 Prozent, bei Mädchen von 22 auf 12 Prozent (Vergleich 2004/05, Kinderhilfswerk Deutschland, Werte für Österreich wahrscheinlich ähnlich).
Aber auch wenn Jugendliche generell weniger trinken: Diejenigen, die trinken, trinken mehr.
Immer montags kommt die Wochenende-Bilanz heraus. Diesmal waren es bundesweit 14 Fälle von Vollrausch und Alkoholvergiftung. Die Reaktionen der Politik sind stets vorhersehbar: ÖVP und FPÖ verlangen "mehr Kontrollen", SPÖ und Grüne sind für "Bewusstseinsbildung" und gegen "die unverantwortlichen Werbestrategien internationaler Getränkekonzerne".
Polizei, Wirtschaft, Wissenschaft - alle sind gefragt. Nur eine

Gruppe kommt kaum vor: Die Eltern. Sie sollten ihren Kindern Wertschätzung, Geborgenheit und Unterstützung geben, ihre körperliche, seelische und soziale Entwicklung fördern, Werte, Regeln, Grenzen zeigen.

Wo bleibt die Erziehungsverantwortung? Damit wollen sich die populistischen Politiker(innen) nicht den Mund verbrennen. Eltern sind Wähler. Denen serviert man unangenehme Wahrheiten nicht - oder nur im Miniglas.

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