Fettsteuer ist nicht die Lösung

AGES: Aktiven Lebensstil fördern

Wien (OTS) - Die Zahl ernährungsassoziierter Erkrankungen steigt laufend an. Daher wird immer häufiger über Möglichkeiten zur Lenkung des Konsumverhaltens - auch über die Gestaltung von Preisen -diskutiert. Dieser Lenkungseffekt, zum Beispiel durch die Besteuerung von Fett, soll dem "Überkonsum" von ernährungsphysiologisch problematischen Lebensmitteln entgegenwirken.

Diesem Vorschlag wenig abgewinnen kann Univ.-Doz. Ingrid Kiefer, Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH: "Denn internationale Studien haben einheitlich gezeigt, dass die Besteuerung einzelner Nährstoffe das Problem nicht lösen kann. Zwar kommt es durch die Besteuerung von Fett zu einer Reduktion des Fettkonsums (je nach Besteuerungsart zwischen sechs bis neun Prozent), doch steigt gleichzeitig der Zuckerkonsum um mehr als das Doppelte an (17 Prozent und mehr). Der gleiche Effekt ist zu erkennen, wenn Zucker besteuert wird. In diesem Fall sinkt der Zuckerkonsum, während der Fettkonsum und somit auch die Gesamtenergieaufnahme steigt."

Unterstützung in Fragen bewusster Ernährung

Kiefer zufolge wären durch die Besteuerung am stärksten junge Verbraucherinnen und Verbraucher, Personen mit niedrigem sozialen Status und Personen aus ländlichen Gebieten betroffen. Auch Berechnungen aus Großbritannien haben bestätigt, dass besonders Einkommensschwache und Personen mit niedrigem sozialen Status am meisten durch diese Art der Besteuerung belastet wären. Kiefer abschließend: "Viel effektiver wäre daher, einen aktiven Lebensstil zu fördern und die Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen bewusster Ernährung zu unterstützen. Das ist eine der Aufgaben unseres AGES-Kompetenzzentrums."

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