Mölzer: Massendemonstrationen zeigen innere Zerrissenheit der Türkei

Kein Abbruch der Beitrittsverhandlungen - Brüssel will offenbar um jeden Preis ein islamistisches Land aufnehmen

Wien (OTS) - So erfreulich die gestrige Demonstration von einer Millionen Menschen in der westtürkischen Stadt Izmir gegen die fortschreitende Islamisierung des kleinasiatischen Landes sei, so zeige dies aber auch die tiefe innere Zerrissenheit der türkischen Gesellschaft, sagte heute der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer. Zudem dürfe sich Brüssel nicht von der Fassade einer angeblich westlichen Türkei täuschen lassen, warnte der EU-Mandatar:
"In Zentral- und Ostanatolien, den Hochburgen der Islamisten, sieht die Welt ganz anders aus. Hier leben die Menschen nicht im 21. Jahrhundert, sondern noch im Mittelalter."

Auch die Vorgänge rund um die gescheiterte Wahl Abdullah Güls zum Staatspräsidenten seien ein Beleg für die politische Instabilität des Landes, meinte Mölzer. Während in einer funktionierenden Demokratie die Wahl des Staatsoberhauptes ein ganz normaler Vorgang ist, führte die Präsidentenwahl die Türkei in eine Staatskrise ersten Ranges. Und an diesem Zustand werde sich so schnell wohl nichts ändern, weil Umfragen zufolge die islamistische Partei von Ministerpräsident Erdogan die Parlamentswahl am 22. Juli gewinnen werde.

Als Trauerspiel und politisches Armutszeugnis ersten Ranges bezeichnete daher der freiheitliche Europaparlamentarier die Reaktionen aus der Brüsseler Zentrale. Nicht die Islamisten würden kritisiert, sondern das Militär, das das endgültige Abdriften der Türkei in den Islamismus verhindern will. Der einzig richtige Schluß aus den Vorgängen im islamischen Anatolien sei daher der sofortige Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit Ankara, betonte Mölzer. Allerdings habe es den Anschein, als wolle die EU-Polit-Nomenklatura, angeführt von Erweiterungskommissar Olli Rehn, um jeden Preis ein islamistisch regiertes Land in die EU aufnehmen, schloß Mölzer.

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