Volkshilfe: Förderung von Eltern und Kindern als gesellschaftliche und politische Aufgabe

Präsident Weidenholzer fordert zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai bessere Rahmenbedingungen für Familien

Wien (OTS) - Österreich gab laut Bundesrechnungsabschluss 2006 knapp 5 Mrd. Euro für die Förderung von Familien aus. Ein Großteil dieser Gelder floss in direkte Geldleistungen wie Familienbeihilfe, Kinderbetreuung und Karenzgeld. Dennoch sind AlleinerzieherInnen und Familien mit drei oder mehr Kindern, darunter insbesondere jene mit Migrationshintergrund, überdurchschnittlich von Armut bedroht oder leben sogar in akuter Armut. Mehr als 96.000 Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren mussten 2005 in Haushalten mit einem Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle leben. Die Konzentration auf Geld-anstelle von Sachleistungen scheint damit allein kein probates Mittel zur Armutsbekämpfung zu sein.

"Verschiedene Studien zeigen, dass die beste Form zur Bekämpfung von Kinderarmut nach wie vor die Förderung der Erwerbstätigkeit beider Eltern, insbesondere aber von Frauen, ist. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre ein Ausbau adäquater Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Schließlich fehlen nach wie vor 46.000 Kinderbetreuungsplätze, weitere 40.000 sind vor allem auf Grund ihrer Öffnungszeiten keine Entlastung für Mütter und Väter. Diese Bedarfslücken müssen endlich geschlossen werden. Schließlich sind Kinder der Motor und die Zukunft einer Gesellschaft. Der Staat darf sich deshalb schon aus eigenem Interesse nicht dieser Verantwortung entziehen", ruft Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer als Präsident der Volkshilfe in Österreich die Politik zum Handeln auf.

Ergänzend zu den besseren Betreuungsmöglichkeiten muss eine gerechte Verteilung der Versorgungs- und Betreuungsarbeit zwischen den Geschlechtern gefördert werden. Aktuell nutzen nur rund 3 % der Väter in Österreich die Möglichkeit einer Karenz. Für Frauen bringt das lange Fernbleiben vom Arbeitsmarkt aber nicht nur Probleme beim Wiedereinstieg in das Berufsleben mit sich, sondern ist vielfach auch mit Einkommenseinbußen verbunden.

"Unsere Gesellschaft ist in Bezug auf Familien im Wandel. Diese Veränderungen wirken sich nicht nur auf den Arbeitsmarkt, sondern auch auf das Verständnis von Familie aus. Neue Familienkonstellationen müssen unterstützt werden und eine Gleichstellung erfahren. Gleichzeitig gilt es traditionelle Arbeitszeitmodelle, die Frauen benachteiligen, zu überwinden. Heute sind den Bedürfnissen von Eltern angepasste Arbeitsformen, die die partnerschaftliche Teilung von Arbeit fördern und gleichzeitig soziale Absicherung bieten, gefordert", bezieht Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich, Stellung.

Die Volkshilfe tritt als eine große Wohlfahrtsorganisation in Österreich und im Rahmen ihres internationalen Netzwerkes solidar als Sprachrohr für sozial benachteiligte Menschen ein. Die Schwerpunkte bei sozialen Dienstleistungen liegen in der Pflege, Kinderbetreuung, Flüchtlingsbetreuung, Sozialberatung und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. In diesen Bereichen leisten mehr als 5.500 Menschen in ganz Österreich tagtäglich einen wichtigen Beitrag für eine menschlichere Gesellschaft. Gleichzeitig engagiert sich die Volkshilfe als humanitäre Hilfsorganisation national und international für Menschen in Not.

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