Kalina zu "Komatrinken": Schluss mit dem Augenzwinkern

Nachvollziehbare Regeln für Österreich und strengere Kontrollen

Wien (SK) - Einen Aktionsplan der SPÖ gegen das jugendliche "Komatrinken" präsentierte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag. Der Plan soll unter Einbeziehung der Jugendlichen als mündige, verständige Partner umgesetzt werden. "Ich unterstütze die Vorschläge von Ministerin Kdolsky, aber verschiedenfärbige Jugendausweise sind nicht gut, das schafft seltsame Hierarchien unter den Jugendlichen und wäre ein zusätzlicher bürokratischer Aufwand. Das Wichtigste ist, dass es für ganz Österreich klar nachvollziehbare Regeln gibt, die dann auch kontrolliert werden." Hier muss Ministerin Kdolsky mit den Ländern rasch in Kontakt treten und Minister Platter für verstärkte Kontrollen sorgen, so Kalina. ****

"Wenn jene Vorschriften, die wir haben, auch kontrolliert würden, hätten wir das Problem des 'Komatrinkens' in viel geringerem Ausmaß", erklärte Kalina. Er richtete daher einen Appell an Minister Platter, die Anweisung für mehr Kontrollen zu geben, "es kann kein Problem sein, um 23 oder 24 Uhr einen Polizisten bei den so genannten Flatrate-Partys vorbeizuschicken, um zu kontrollieren, wer dort alkoholische Getränke erhält". Kalina fordert bei Vergehen, "dass der Veranstalter dann mit der vollen Härte des Gesetzes zur Verantwortung gezogen wird". Für den SPÖ-Bundesgeschäftsführer steht fest: "Mit dem Augenzwinkern muss Schluss sein."

Eine wichtige Maßnahme sind bundeseinheitliche, fälschungssichere Ausweise für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, statt verschiedenfärbigen Ausweisen alle zwei Jahre. "Ich halte nichts davon, dass ein Jugendlicher mit einem roten Ausweis dann cooler ist als einer mit einem grünen. Der Ausweis sollte scheckkartenähnlich, fälschungssicher und mit lesbarem Geburtsdatum sein, der dann leicht zu kontrollieren ist."

Weiters ist im Plan der SPÖ vorgesehen, die Abgabe von Alkopops an unter 18-Jährige zu verbieten. Kalina wies darauf hin, dass diese Mischungen aus Schnaps und Limo oft bis zu zwei Gläser Schnaps pro Flasche enthalten. Auch sei es notwendig, für sogenannte Flatrate-und All-You-Can-Drink-Partys einzudämmen und nicht mehr dafür zu werben.

Viele der bestehenden Vorschriften würden nicht ernst genommen. Umfragen zeigen, dass sich die Mehrheit der Jugendlichen nicht erinnern kann, jemals kontrolliert worden zu sein. "Bestehende Regeln müssen auch kontrolliert werden und Veranstalter und Gastwirte, die sich nicht an die Gesetze halten, müssen mit voller Härte zur Verantwortung gezogen werden."

Kalina schlägt die Entwicklung eines eigenen Jugendgetränks in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Berufsschulen und vor allem den Jugendlichen selbst vor. "Hier müssen die jungen Leute mit einbezogen werden, denn zur Zeit ist es so, dass das Jugendgetränk meistens Mineralwasser ist, und danach kommt als billigstes Getränk gleich Bier und Wein." SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser ist diesbezüglich bereits in Gesprächen mit der Wirtschaft.

"Das Werbegeld der Bundesregierung könnte man für Kampagnen für die jugendliche Zielgruppe nutzen, man muss nicht immer das Konterfei des Finanzministers oder Wissenschaftsministers zur Selbstbeweihräucherung sehen", forderte Kalina abschließend. (Schluss) sl

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