Mölzer: Schande für das offizielle Österreich, daß niemand der Opfer der Tito-Partisanen gedenkt

Rascher Abschluß der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien als Wiedergutmachung für das Massaker von Bleiburg

Wien (OTS) - Anläßlich des am Sonntag in Bleiburg stattfindenden Gedenkens an das von den Tito-Partisanen verübten Massakers an Angehörigen der kroatischen Heimwehren in den ersten Tagen und Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sagte der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer, daß auch die Opfer der Nachkriegsverbrechen zum historischen kollektiven Gedächtnis Europas zählten. "Daß die Briten rund 100.000 kroatische Heimwehr-Soldaten und zehntausende kroatische Zivilisten, die vor Titos Kommunisten geflüchtet waren, nahe der Südkärntner Stadt Bleiburg über die Grenze nach Jugoslawien trieben und sie damit bewußt der Willkür der kommunistischen Tito-Partisanen auslieferten, ist bis heute eine schwärende Wunde", betonte Mölzer. Zehntausende wurden gleich hinter der Grenze auf heute slowenischem Staatsgebiet liquidiert und Abertausende überlebten die Todesmärsche nicht. Daher sei es an der Zeit, daß die EU als Zeichen der späten Wiedergutmachung die Beitrittsgespräche mit Agram rasch abschließt, damit Kroatien 2009 beitreten kann, forderte der freiheitliche EU-Mandatar.

Als weiteres unfaßbares Nachkriegsverbrechen bezeichnete Mölzer die Auslieferung von 11.000 Angehörigen der slowenischen Heimwehr, den sogenannten Domobranzen, und rund 6.000 slowenischen Zivilisten, die im Lager Viktring bei Klagenfurt interniert waren. Als die Briten diese Menschen Mitte Mai 1945 den Tito-Partisanen übergaben, sei klar gewesen, daß dies für sie den sicheren Tod bedeutete, schließlich waren die Domobranzen überzeugte Antikommunisten. Daher sei es eine Schande für das offizielle Österreich, daß niemand dieser Opfer der kommunistischen Tito-Partisanen gedenke. Hingegen sei es, so Mölzer, erfreulich, daß das nicht-kommunistische Slowenien seit drei Jahren Mitglied der EU sei.

Weitere Opfer, die vom offiziellen Österreich vergessen würden, seien jene 128 Kärntner Zivilisten, die nach Kriegsende von den Tito-Partisanen verschleppt und ermordet wurden, erklärte der Europaparlamentarier. Für diese zivilen Nachkriegsopfer wird am 17. Mai eine Gedenkfeier im Lischa-Graben bei Windischgrätz in Slowenien stattfinden.

Abschließend wies Mölzer darauf hin, daß es erforderlich sei, wenn man eine Wiederholung der Tragödien des 20. Jahrhunderts verhindern wolle, daß neben den Opfern des NS-Regimes auch der Opfer des Kommunismus und damit der Opfer der Tito-Partisanen würdevoll gedacht werde. "Es gibt keine Opfer erster und zweiter Klasse und die Geschichte lehrt, daß für unzählige Menschen nach dem Kriegsende die Zeit des Leidens begann", schloß Mölzer.

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