Kranzl/Sima: Verbesserter Donau-Hochwasserschutz für Wien

76,6 Mio Euro für letzte Ausbaustufe in der Bundeshauptstadt - Breiter Konsens für Hochwasserschutz im Nationalpark-Bereich

Wien (OTS) - "Die Zunahme extremer Wetterereignisse als Folge des Klimawandels ist auch in Österreich längst festzustellen. Diese Tatsache muss Ansporn sein, unsere Anstrengungen beim Klimaschutz zu verstärken, gleichzeitig müssen wir uns aber auch auf die Folgen des Klimawandels einstellen und darauf reagieren. Das gilt insbesondere beim Hochwasserschutz", stellten heute, Freitag, Christa Kranzl, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, und die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima in einem gemeinsamen Pressegespräch fest. Der bereits jetzt hervorragend ausgebaute Donau-Hochwasserschutz in Wien wird nun auch stromabwärts des Kraftwerks Freudenau auf beiden Uferseiten deutlich verbessert, wofür in den kommenden zehn Jahren insgesamt 76,8 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Dabei übernimmt der Bund die Hälfte der Kosten.****

"Der Schutz der im Donauraum lebenden Menschen und ihrer Lebensgrundlagen ist das vorrangige Ziel des umfassenden Hochwasserschutz-Pakets, das Bund und die Länder Oberösterreich, Niederösterreich und Wien in einer Vereinbarung nach Artikel 15a B-VG festgeschrieben haben. Insgesamt werden dafür 420,3 Millionen Euro investiert", so Staatssekretärin Kranzl: "Die in Wien getroffenen Maßnahmen sind nicht nur für die Sicherheit der BürgerInnen der Bundeshauptstadt enorm wichtig, sondern verbessern auch den Hochwasser-Schutz für mehr als 20 Gemeinden in Niederösterreich ganz entscheidend." Umweltstadträtin Sima betonte, dass auch der Schutz der Umwelt ein vorrangiges Ziel beim Ausbau des Donau-Hochwasserschutzes ist: "Das gilt natürlich ganz besonders für den ökologisch sensiblen Bereich des Nationalparks Donau-Auen, wo wir nach einem umfassenden Diskussionsprozess mit internen und externen Fachleuten einen Konsens auf wirklich breiter Basis gefunden haben, der alle Interessen befriedigt. Ich freue mich, dass nun auch die Finanzierung für die letzte Ausbaustufe des Donau-Hochwasserschutzes in Wien fixiert ist. Mit dem Abschluss des Projekts hat Wien einen Hochwasserschutz, der zu den besten in ganz Europa zählt."

Konsequenzen aus dem Jahrhundert-Hochwasser 2002

Neun Menschenleben und Sachschäden in Höhe von 3,2 Milliarden Euro - das war die verheerende Bilanz der katastrophalen Hochwässer, von denen Österreich im August 2002 heimgesucht wurde. In Wien selbst waren keine nennenswerten Schäden zu verzeichnen. "Ein Ergebnis des vorausschauenden Ausbaus der Hochwasserschutz-Einrichtungen, in die in Wien seit den 70-er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts rund 535 Millionen Euro investiert worden waren", so Umweltstadträtin Ulli Sima, "die Neue Donau als Entlastungsgerinne und die bestehenden Dämme haben die Wienerinnen und Wiener hervorragend geschützt."

Auf Hochwasser-Ereignisse bis zu 14.000 Kubikmeter pro Sekunde ist der Hochwasserschutz in Wien stromaufwärts des Kraftwerks Freudenau ausgelegt - ein Ereignis, das rechnerisch nicht einmal alle 10.000 Jahre eintritt. Im Jahr 2002 brachte die Flut mehr als 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde und erreichte damit knapp den Wert, auf den der Hochwasserschutz stromabwärts des Kraftwerks Freudenau ausgelegt ist.

Umweltstadträtin Sima: "Das Jahrhundert-Hochwasser 2002 hat für die Stadt Wien wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Ausbau von Schutzmaßnahmen gebracht, die wir nun bei der Fertigstellung des Donau-Hochwasserschutzes nutzen können." Als erste Maßnahme auf der linken Donauseite erfolgt seit dem Winter 2006 unter strengen ökologischen Auflagen die Ertüchtigung und Aufhöhung des 3,4 Kilometer langen Hafenumschließungsdamms Lobau (HUL), die im Jahr 2008 abgeschlossen sein wird. Die Kosten von 5 Millionen Euro teilen die Länder Wien und Niederösterreich und der Bund.

Nationalpark: Hochwasser- und Umweltschutz Hand in Hand

Der Ausbau des Donau-Hochwasserschutzes im Anschluss an den Hafenumschließungsdamm Lobau war Gegenstand der Diskussion eines hochkarätig besetzten Expertengremiums - schließlich geht es hier um den besonders sensiblen Bereich der Lobau, des Wiener Teils des Nationalparks Donau-Auen. Neben Vertretern der Fachabteilungen der Stadt waren u.a. Univ.-Prof. Dr. Bernd Lötsch, Univ.-Prof. Dr. Fritz Schiemer (Universität Wien), Univ.-Prof. Dr. Herbert Hager, die Wiener Umweltanwältin Dr. Andrea Schnattinger und Nationalpark-Direktor Mag. Carl Manzano und Vertreter von NGOs in den Prozess eingebunden. Ulli Sima: "Mit dem dabei gefundenen Konsens auf wirklich breiter Basis gehen Hochwasser- und Umweltschutz Hand in Hand und stellen keinen Widerspruch dar." Vorgesehen ist die Ertüchtigung und Erhöhung des 8,2 Kilometer langen Marchfeldschutzdamms. Durch den Einbau von mindestens zwei Einleitungsbauwerken (Wehre) soll Wasser aus der Donau in das Altarmsystem des Nationalparks - der Unteren Lobau - gelangen können. Derzeit wird bereits die Obere Lobau im Bereich Mühlwasser dotiert. Dadurch konnten ausgetrocknete Altarme reaktiviert und Lebensraum für die typische Flora und Fauna der Donau-Auen geboten werden.

Für die Hochwasserschutz-Maßnahmen am linken Donauufer sind Investitionen von 10,1 Millionen Euro vorgesehen. Das Projekt Marchfeldschutzdamm ist bereits bei der Wasserrechtsbehörde eingereicht. Nach Abschluss aller Behördenverfahren ist mit einem Baubeginn im Winter 2008/2009 zu rechnen.

Hochwasserschutz-Projekte am rechten Donauufer

Die Hochwasserschutz-Maßnahmen am rechten Donauufer sehen unter anderem die Aufhöhung des Donaukanal-Rückstaudamms und des Alberner Hauptdamms vor. Das Hafentor Albern ist Teil dieses Hochwasserschutzes und hat den positiven Nebeneffekt, dass auch der Hafen vor Katastrophenhochwässern geschützt ist. Die vorgesehenen Investitionssummen belaufen sich inklusive Hafentor Freudenau auf knapp 65 Millionen Euro. Die Baumaßnahmen am rechten Donauufer sollen im Winter 2007/2008 beginnen und werden in mehreren Phasen bis zum Jahr 2015 andauern. (Schluss) wög

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