Das Elsass auf der Überholspur

Austro-Exporte in kleinste französische Region höher als etwa nach Brasilien, Portugal, Griechenland oder Norwegen - ab Juni TGV-Verbindung Straßburg-Paris

Wien (PWK363) - Am 10. Juni stößt der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV das Tor zum Osten auf. "Innerhalb von kaum mehr als 2 Stunden verkehrt dann der neue TGV-Est européen mit bis zu 320 Stundenkilometer zwischen Paris und Straßburg", berichtet Michael Spalek, österreichischer Handelsdelegierter in Straßburg. Die neue Verbindung ist ein Teil der "Magistrale für Europa", einer geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris über Straßburg, München, Salzburg, Wien und später bis nach Bratislava und Budapest.

Frankreich, der zweitgrößte Binnenmarkt Europas, und somit ein Land mit gewaltigem Wirtschaftspotenzial, wird näher rücken und die Region Elsass wird dabei an Bedeutung gewinnen. Es wird möglich sein, Geschäftstermine in Paris innerhalb eines Tages zu erledigen und gleichzeitig von der Lebensqualität des Elsass zu profitieren. "In zwei Stunden erreichen wir das Zentrum von Paris ohne zeitraubendes Umsteigen und dies auch noch in umweltverträglicher Weise, was durchaus gut zu unserem Image passt", sagt Rémi Mammosser, Geschäftsführer der vor einem Jahr unweit von Straßburg gegründeten österreichischen Niederlassung Sonnenkraft France. Der Hersteller solarthermischer Anlagen ist mit seiner Standortentscheidung durch und durch zufrieden. Starkes Wachstum sei für die bereits 30 Mitarbeiter zählende Filiale im Elsass auf jeden Fall vorauszusehen.

Die neue TGV-Verbindung wird einen enormen Entwicklungsschub für die Region bringen und die Rolle des Elsass als ideales Sprungbrett für den gesamten französischen Markt unterstreichen. Christof Domenig, Generaldirektor von Wienerberger Frankreich ist sich seiner Sache ebenfalls sicher: "Aufgrund seiner in Frankreich einmaliger Zweisprachigkeit bleibt das Elsass der bevorzugteste Standort um den französischen Markt erfolgreich zu bearbeiten". Gerade in letzter Zeit sind sich weitere österreichische Firmen dessen bewusst geworden: Fröling, ETA oder SHT sind nur einige Beispiele unter vielen. Zurzeit bearbeiten 40 österreichische Unternehmen den französischen Markt vom Elsass aus.

Das angesehene französische Wirtschaftsblatt Capital hat das Elsass zusammen mit Midi-Pyrénées und Rhône-Alpes als die dynamischsten Regionen Frankreich ausgezeichnet. Spalek: "An der Nahtstelle zwischen Deutschland und Frankreich gelegen, verfügt das zweisprachige Elsass in der Tat über entscheidende Argumente - eine schnell wachsende Forschungs- und Hightech-Landschaft, Kompetenznetze für Life Sciences und Automotive sowie ein gut funktionierender Technologietransfer." Außerdem zählen Produktivität und Zuverlässigkeit zu den sprichwörtlichen Tugenden der elsässischen Arbeitnehmer. Spaleks Resümee: "Keine Frage: Das Elsass fährt auf der Überholspur!"

Elsass, die Eckdaten:
- 1,8 Mio. Einwohner - kleinste Region Frankreichs
- 3% des französischen BIP werden im Elsass (1,5% der Gesamtfläche) erwirtschaftet. Das Elsass liegt damit an dritter Stelle der französischen Regionen.
- Arbeitslosenquote 2006 8,3 % im Elsass gegenüber 9,7% in gesamt Frankreich.
- Über 1.100 Niederlassungen ausländischer Firmen - ausländische Investitionen sind 1,7-mal höher als im Rest Frankreichs.
- Zentrale Lage und Zweisprachigkeit der Region bzw. gut ausgebildete Arbeitskräfte sind ausschlaggebend für hohen Anteil an Auslandsinvestitionen.
- 400 Mio. Euro oder 11,3% der österreichischen Exporte nach Frankreich gingen 2006 ins Elsass (Steigerung gegenüber 2005 um 4,3%).
- Österreichs Exporte ins Elsass sind höher als nach Brasilien, Portugal, Griechenland oder Norwegen.
- 12,7% der französischen Österreichexporte (434 Mio. Euro) kommen aus dem Elsass.
- Für die wichtigsten Industriezweige (Mechanik-, Nahrungsmittel-, Chemie- Kunststoff- und Automobilindustrie) werden wie schon 2006 auch 2007 weitere Zuwächse erwartet.
- Die Automobilbranche ist weiterhin der stärkste Industriezweig, leidet aber zurzeit an den schwachen Umsätzen französischer Autoerzeuger.
- Erneuerbare Energien sind der kommende Trend in Frankreich. Österreich ist mit sechs Firmenniederlassungen 2006 aus diesem Bereich im Elsass führend. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Michael Spalek
Außenhandelsstelle Strassburg
strassburg@wko.at
+33 3 88 52 29 60
http://www.austriantrade.org/fr

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