Pneumokokken: Salzburg übernimmt Vorreiterrolle

Antrag zur kostenlosen Impfung für Kleinkinder einstimmig angenommen

Wien (OTS) - In Österreich werden pro Jahr rund 18.000
Erkrankungen von Lungenentzündung durch Pneumokokken ausgelöst . Kleinkinder und Senioren sind durch die Erreger besonders gefährdet. Seit 2001 wird deshalb von Experten die kostenlose Impfung aller Kleinkinder gefordert. Bisher mit wenig Erfolg: das zuständige Gesundheitsministerium hat dies aus Kostengründen stets abgelehnt, obwohl im aktuellen Regierungsprogramm der gezielte Ausbau von Impfprogrammen bei Kindern angekündigt wurde. Jetzt wollen die Länder nicht mehr länger warten. Im Salzburger Landtag wurde ein ÖVP-Antrag zur Gratisimpfung für Kleinkinder einstimmig angenommen.+++

Im Sozial- und Gesundheitssausschuss des Salzburger Landtages wurde gestern ein ÖVP-Antrag zur kostenlosen Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kleinkinder mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ einstimmig angenommen. Die Salzburger Landesregierung soll jetzt vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend fordern, den Impfstoff ab sofort gratis für alle Kinder zur Verfügung zu stellen. Bisher wird nur ein kleiner Teil der Kinder in Österreich routinemäßig geimpft. Für genau definierte Risikogruppen, wie z.B. Frühgeborene oder Kinder mit angeborenen Immundefekten, werden die Kosten bereits übernommen. Nach Ansicht von Experten bietet dieses Konzept aber in der Praxis keinen ausreichenden Schutz.

Aktuelle Impfstrategie bietet keinen ausreichenden Schutz

"Primäres Impfziel muss es sein, die Morbidität von Pneumokokken-Erkrankungen und die daraus entstehenden Folgen wie Hospitalisierung, Behinderung und Tod zu reduzieren. Dazu ist eine möglichst hohe Durchimpfungsrate unbedingt erforderlich", erklärt Univ.-Doz. Dr. Christoph Wenisch, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Infektiologie. "Da viele Risikofaktoren häufig erst im Verlauf der ersten zwei Lebensjahre erkennbar werden, bietet die derzeit praktizierte Impfstrategie kaum Möglichkeiten neben Frühgeborenen auch andere Kinder mit hohem Erkrankungsrisiko zu erreichen. Außerdem erzielen wir damit keinen positiven Effekt für die Gesamtbevölkerung." Aktuelle Daten und Studien aus den USA belegen, dass durch die Impfung von Kindern unter zwei Jahren auch die Erkrankungshäufigkeit in der ungeimpften Bevölkerung drastisch sinkt. Im März 2007 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb dazu aufgerufen, die Impfung in allen Kinderimpfprogrammen weltweit zu etablieren.

Österreich ist Nachzügler

In Europa ist der Impfstoff seit 2001 zugelassen. Inzwischen liegen längerfristige Erfahrungen mit der Aufnahme in nationale Impfprogramme vor. Die hohe Effektivität und positive Risiko-Nutzen-Abwägung ist ausreichend dokumentiert. Von den EU-Mitgliedsstaaten haben deshalb bereits Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, die Niederlande und Norwegen die generelle Schutzimpfung eingeführt. In Dänemark, Irland, Schweden und Zypern steht die Einführung unmittelbar bevor.

Weitere Informationen zum Thema Pneumokokkeninfektionen finden Sie unter www.impfwelt.at.

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